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Analyse: Auf der Suche nach Reichweite

Internet-Fernsehen, Breitband, Streaming - die Begriffe schwirren nur so durch den Raum. Von einer neuen großartigen Verschmelzung der Medien ist die Rede. Machen will das Internet-Fernsehen bald jeder Anbieter, der sich Portal schimpft oder eine zugriffsstarke Seite betreibt. Die Reihe fängt an bei der Düsseldorfer Börse und hört bei der Anleger-Community Wallstreet Online noch lange nicht auf. Internet-"Sender" wie TV1 oder Web-Free-TV gibt es bald an jeder Ecke, natürlich in einem gläsernen Studio. Die Geschäftsmodelle reichen von Kooperationen, wie im Fall Wallstreet Online/TV1 bis hin zu Beteiligungen an "echten" Sendern wie bei Web.de und B.TV.



Noch sind jedoch alle, die bislang im Internet auf Sendung gehen, angestrengt auf der Suche nach Reichweite. Denn wie mit der Internet-Flimmerkiste ohne Massenpublikum richtig Geld verdient werden soll, weiß noch niemand. Verglichen mit den Quoten der klassischen Fernsehanstalten kleben im Internet nur wenige Zuschauer an der Mattscheibe. So spricht beispielsweise der Anbieter von Börsenfernsehen Gatrixx-TV von durchschnittlich 2000 Zuschauern am Tag.



Das Problem, für die Anbieter wie Gatrixx oder TV1, die ein eigenfinanziertes Programm anbieten wollen ist die Refinanzierung der gewaltigen Kosten. Ohne Zuschauer keine Werbung, ohne Werbung keine Einnahmen. Die Regeln des Fernsehens gelten uneingeschränkt.



Andere Anbieter, wie Betveen, setzen auf Auftragsproduktionen. Berichtet werden soll hauptsächlich über Pressekonferenzen, Hauptversammlungen und Kongresse. Man hofft auf virtuelle Messen und gesetzliche Regelungen, die auch virtuelle Hauptversammlungen zulassen, inklusive der Möglichkeit, online an Abstimmungen teilnehmen zu können.



Doch auch hier gibt es noch Probleme. Solange die Unternehmen, in denen der überwiegende Teil der Zielgruppe sitzt, ihre Firmennetze für Streaming Video sperren, oder die Firewall den TV-Genuss verhindert, wird die Mehrzahl der Mitarbeiter die Rede des eigenen Vorstandes auf der Bilanz-Pressekonferenz eben nicht im Internet verfolgen können.



Alle technischen Probleme scheinen unterdessen bald gelöst. Telefongesellschaften, Netzbetreiber und Kabelanbieter arbeiten mit Hochdruck an breitbandigen Zugängen, die aus dem bislang noch vorherrschenden Mäusekino ein echtes Fernseherlebnis machen könnten. Fehlt nur noch eins: Die Reichweite.

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