Analyse
Banken geben für Öl-Aktien unterschiedliche Empfehlungen

dpa-AFX HAMBURG. "Der Zug für Ölaktien ist schon in voller Fahrt", sagt Aktienexperte Klaus Ziegler von der HypoVereinsbank. Ob es sich noch lohnt, auf den fahrenden Zug aufzuspringen, darüber herrscht Uneinigkeit in der Analystenzunft. Immerhin: Wer bereits Anfang 1999 in die großen Ölkonzerne investierte, kann sich heute über einen Gewinn von fast 100 % freuen.

"Um kurzfristig von den Preissteigerungen zu profitieren, hätte man die Aktien vor sechs Monaten kaufen sollen", sagt Ziegler. Jetzt auf den fahrenden Zug aufzuspringen sei nur sinnvoll, wenn man die Aktien auch langfristig im Depot behalten wolle, empfiehlt er. Sinnvoll sei der Kauf marktbeherrschender Konzerne, die zu den "Blue Chips" gerechnet werden.

Bereits nach wenigen Wochen aktualisierte die Frankfurter Privatbank Julius Baer am Montag ihre Studie zu europäischen Öl- und Gaserzeugern. Die Analysten schraubten ihre Ertragsprognose für Ölkonzerne für das laufende Jahr um zwölf Prozent und für das folgende Jahr um 7,8 % nach oben. Einsparungen, Umstrukturierungen und Aktienrückkaufprogramme sollten die Kursentwicklung weiter stützen. Besonders die Aktien von TotalFinaElf, BP Amoco, Repsol YPF und Eni empfahl die Bank ihren Kunden zum Kauf.

Nach dem starken Kursanstieg ist das US-Investmenthaus Goldman Sachs vorsichtig geworden. Die Experten rechneten in einer am Dienstag veröffentlichten Analyse zwar mit einem weiteren Kursanstieg, stuften die Aktien von BP Amoco und TotalFinaElf jedoch gleichzeitig herunter.

Die Bankgesellschaft Berlin riet ihren Kunden bereits vor einigen Wochen, Ölaktien nur noch zu halten. Nach Ansicht von Rohstoffanalyst Axel Breil ist das zu erwartende Kurspotenzial zu gering, um in die Branche noch "frisches Geld" zu investieren.

Bis zum Anfang nächsten Jahres rechnet Christiane Nestroy mit weiteren Kursgewinnen. Die Expertin der HypoVereinsbank erwartet danach fallende Ölpreise und in der Folge fallende Kurse. "Selbst wenn der Ölpreis bei 30-35 US-$ je Barrel bleiben sollte, ist im nächsten Jahr keine große Kursentwicklung mehr drin." Zu einem kräftigen Kursplus könnte es lediglich kommen, wenn die anziehende Konjunktur den Preis je Barrel (159 Liter) auf 40 US-$ treibe. "Für ein halbes Jahr zu investieren ist vielleicht in Ordnung, aber eine rasante Kursentwicklung erwarte ich nicht mehr", sagt sie.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%