Analyse der Aktienfonds für Biotechnologie- und Pharmawerte
Crédit Agricole hält viel von Novartis

Auch die Branchenfonds für den Gesundheitsbereich müssen Federn lassen. Die Manager dieser Portfolios sind allerdings guter Dinge. Sie setzen auf die längerfristigen Wachstumsperspektiven des Sektors: vor allem steigende Nachfrage nach Medikamenten und neue Technologien.

HB/vwd FRANKFURT/M. Nach einem turbulenten Aktienjahr müssen auch Anleger der Biotechnologiebranche auf eine magere Ausbeute gefasst sein. Die luxemburgische Investmentgesellschaft der französischen Crédit Agricole (CA) konnte die Verluste immerhin begrenzen: Der CA Funds Healthcare AC führt die Hitliste der Aktienfonds für Biotech- und Pharmawerte mit einem Zwölfmonats-Rückschlag per Ende September von 4,55 % an.

"Bei der Aktienauswahl konzentrieren wir uns auf eine ausgewogene Streuung über den ganzen Gesundheitssektor. Besonders achten wir dabei auf große Pharmakonzerne und ebenso defensive Werte wie rentable amerikanische Krankenhäuser oder Hospitaldienstleister", erklärt Fondsmanagerin Inès Latty die Investmentstrategie. Solide Einnahmen, eine breite Produktpipeline oder erfolgreiche Synergieeffekte durch Unternehmensübernahmen gehören nach ihren Angaben zu den Aktienauswahlkriterien.

Latty: Französische Aventis unterbewertet

Knapp ein Drittel des Fondsvermögens habe sie in europäische Pharmawerte investiert, die ihrer Ansicht nach in den kommenden Jahren weniger von Patentabläufen betroffen sein dürften als US-Titel. Zu den Favoriten gehöre aktuell das britische Unternehmen Glaxosmithkline. Diese Aktie sei mit fast 8 % am Fondsvermögen der wichtigste Einzelwert. Gute Entwicklungschancen räume sie auch dem schweizerischen Pharmakonzern Novartis ein, auf den 5 % des Fondsvolumens entfielen. Die französische Aventis ist laut Latty unterbewertet und aus diesem Grund mit über 2 % im Fonds vertreten.

Bei der Beurteilung der kurzfristigen Marktperspektiven ist sie sehr vorsichtig: "Es ist nach wie vor unklar, wie sich der allgemeine Markt und speziell die Biotechaktien über die nächsten Monate entwickeln werden. Obwohl die Fundamentaldaten der Branche sehr stark sind, bewegen wir uns in einem unsicheren Umfeld, dass durch die Attentate vom 11. September geprägt ist."

Risikobewusst agiert auch das Managementteam der Citigroup Asset Management im Pharma- und Biotechnologiemarkt. Chefanalyst Sarb Klair bevorzugt nach eigenen Angaben eine breite Streuung der Anlagegelder und die Konzentration auf Standardwerte. Mit diesem Konzept kommt der Citi Global Healthcare Fund-Equity dank eines Wertverlustes von 8,84 % auf den zweiten Rang im Vergleich.

Keine Nervosität trotz Marktschwäche

Klair zeigt sich trotz der Marktschwäche nicht nervös: "Das nachlassende Interesse der Investoren ist eine normale Erscheinung im Entwicklungszyklus und hat keinerlei Einfluss auf die langfristige Perspektive dieser Aktien. Die demografischen Bevölkerungsdaten sprechen für eine strukturelle Nachfrage nach Medikamenten; außerdem dürften neue Technologien dem Gewinnwachstum bei den Pharmawerten gut tun." Bei der Aktienauswahl orientiere er sich sehr stark am MSCI-Healthcare-Index.

Wie beim CA-Fonds ist Glaxosmithkline die stärkste Einzelposition. Mit einem Depotanteil von über 9 % drücken die Citigroup-Manager ihr Vertrauen in ein stabiles Gewinnwachstum aus, dass unter anderem durch das neue Asthma-Produkt Advair forciert werden soll. In Pfizer seien aktuell knapp 9 % investiert. Nach Angaben Klairs verfügt das Unternehmen weltweit über die beste Produktpalette und durch die Übernahme von Warner-Lambert über zusätzliches Entwicklungspotenzial. Auf einen Fondsanteil von fast 7 % komme Merck. Hier sei man überzeugt, dass der Markt das Unternehmen nach dem Verlust der Marketing-Exklusivrechte einiger Kernprodukte zu pessimistisch beurteile und es unterbewertet sei.

Als wichtige Eigenschaft aller drei Toptitel bezeichnet Klair die enge Verbindung zur Gentechnologie, in die investiert werde und die als Basis für die Entwicklung neuer Medikamente diene. Dadurch profitierten die Anleger indirekt durch die Entwicklung der Biotechnologiebranche, ohne die unmittelbaren Risiken in Kauf nehmen zu müssen. Diese beurteilt der Manager sehr realistisch: "Sicherlich gibt es im Moment sehr günstige Möglichkeiten, direkt in den Biotech-Markt zu investieren. Aber die Aktien dieser Unternehmen reagieren sehr sensibel auf unvorhersehbare Marktveränderungen und wir werden alle uns zur Verfügung stehende Quellen prüfen, bevor wir eine dieser spekulativen Aktien kaufen."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%