Analyse der Aktienfonds mit Schwerpunkt Telekom- und Medienwerte
Pioneer hält Telekomwerte für preiswert

Von ihren Tiefstkursen haben sich die High-Tech-Aktien in den vergangenen Wochen teilweise kräftig erholt. Doch die Kursschwankungen bleiben stark. Manche Portfoliostrategen nehmen jetzt Gewinne mit, wollen aber in nächster Zeit wieder einsteigen - weil sie die Bewertungen reizvoll finden.

HB/vwd FRANKFURT/M. "Viel günstiger als derzeit dürften Aktien von Telekommunikationsunternehmen weltweit kaum noch werden", meint Fondsmanager Marco Pirondini. Er betreut unter anderem den weltweit in Aktien dieses Sektors anlegenden Pioneer Funds-Global Telecoms A. Das Produkt der US-Investmentgesellschaft Pioneer musste in den vergangenen 12 Monaten per Ende September zwar einen Verlust von 41,65 % verkraften. Im Konkurrenzvergleich reicht das aber immer noch für den vierten Platz unter 29 Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Telekommunikations- und Medienwerte.

In den vergangenen Tagen hat Pirondini nach eigenen Angaben allerdings die Kurserholung bei einigen europäischen Telekom-Werten genutzt, um Gewinne für den Fonds mitzunehmen. Den dadurch auf rund 10 % angewachsenen Barmittelbestand wolle er jedoch gleich wieder einsetzen, sobald sich ihm Kaufgelegenheiten bei qualitativ guten Werten böten. Und die, so Pirondini, dürften nicht lange auf sich warten lassen. Mit größeren Belastungen für die Branche durch die Auswirkungen der Ereignisse vom 11. September rechne er nicht. Er räumt jedoch ein, dass es zu einer Verzögerung bei der Erholung der Unternehmensgewinne kommen werde. Zu seinen aktuellen Titelfavoriten zählten die US-Titel SBC Communication und Bellsouth mit jeweils knapp 10 % Fondsquote sowie Vodafone mit etwa demselben Anteil am Gesamtvermögen. Auch Deutsche Telekom gehörten mit fast 8 % zu den europäischen Werten mit den besten Aussichten.

Mit einem Minus von 74,60 % rangiert der ebenfalls global in Aktien von Telekommunikations-Unternehmen anlegende Invesco GT Telecommunications Fund auf Platz 25. Fondsmanager Brian Hayward rechnet damit, dass mittel- bis langfristig niedrigere Zinssätze und gesunkene Lagerbestände das Vertrauen der Investoren in die Telekom-Branche wiederherstellen werden. Auf kurze Sicht blieben die Branchentitel aber anfällig.

Wie stark die Telekommunikationstitel in nächster Zeit noch zu leiden hätten, hänge vom Ausmaß ab, wie der Terroranschlag die Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen werde. Hayward weiter: "Wir kennen die spezifischen Auswirkungen auf diesen Sektor nach den Terroranschlägen natürlich nicht, aber eine Abschwächung des Wachstums der Unternehmen und sinkende Investitionen werden eine Erholung wahrscheinlich bis in die zweite Hälfte des nächsten Jahres hinaus zögern."

Zum jetzigen Zeitpunkt wolle er das Portfolio nicht grundlegend verändern. Nach wie vor setze er auf Profiteure der Anlagethemen Zunahme des Datenaustauschs, Deregulierung der Branche, Übergang zu Funkdienstleistungen, Chancen von Telekomfirmen in den Schwellenmärkten. Zu seinen momentanen Titelfavoriten gehörten Bellsouth und Liberty Media mit jeweils rund 4 % Fondsquote sowie Echostar Communications und Qwest Communications mit jeweils 3 %.

Die Tabelle enthält keine Fonds-Ratings. Da die meisten Produkte erst seit kurzer Zeit angeboten werden, wäre eine vergleichende Bewertung wenig aussagekräftig.

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