Analyse der Bänder dauert noch an: Videos mit "Märtyrerbotschaften" lösen Terroralarm aus

Analyse der Bänder dauert noch an
Videos mit "Märtyrerbotschaften" lösen Terroralarm aus

Videobänder mit "Märtyrerbotschaften" mutmaßlicher Terroristen haben in den USA Furcht vor neuen Anschlägen ausgelöst.

dpa WASHINGTON. Justizminister John Ashcroft rief die US-Bevölkerung und die Weltöffentlichkeit nach der Veröffentlichung der Tapes am Donnerstag zur Hilfe bei der Suche nach den fünf jungen Männern auf, die neue Selbstmordattacken planen könnten.

Wie Ashcroft sagte, gibt es bisher keinerlei Hinweise darauf, wo sich die Verdächtigen aufhalten. Einer von ihnen ist Ramzi Binalshibh, ein Mitglied der Hamburger El-Kaida-Zelle, zu der auch der Kopf der Attentäter des 11. September, Mohammed Atta, gehört hat.

Die fünf Männer erscheinen auf Videoaufnahmen, die in den Trümmern des Hauses des führenden Terroristen Mohammed Atef in Afghanistan gefunden wurden, wie Ashcroft in Washington mitteilte. Atef ist nach US-Überzeugung bei den amerikanischen Luftangriffen ums Leben gekommen und soll als "Militärchef" einer der engsten Begleiter von Terroristenführer Osama bin Laden gewesen sein.

Im US-Fernsehen wurden Ausschnitte aus den Videobändern ohne Ton gezeigt, da noch an der Analyse gearbeitet wird, wie Ashcroft sagte. Dem Minister zufolge scheinen die fünf Männer "Märtyrerbotschaften" zu übermitteln, die darauf hindeuteten, dass sie "dazu ausgebildet und darauf vorbereitet sein könnten, in Zukunft terroristische Selbstmordanschläge zu begehen".

In Kreisen der US-Untersuchungsbehörden hieß es, die Bänder enthielten lange Tiraden gegen die "Ungläubigen" in den USA und im Westen. Sie wiesen darauf hin, dass sich die Männer danach drängten, im Namen von Osama bin Laden im "Heiligen Krieg" ihr Leben zu opfern.

Vier der fünf wurden nach Ashcrofts Worten vorläufig identifiziert. Neben Binalshibh handelt es sich um Abd al-Rahim, Mohammed Said Ali Hasan und Khalid Ibn Mohammed Al-Juhani.

Die Unterlagen sollen nach Ashcrofts Worten auch Bundesinnenminister Otto Schily und den deutschen Behörden übergeben werden, die nach Binalshibh fahndeten. Während dieser Mann als Mittäter der September-Anschläge angeklagt sei und als Financier des Terrorismus gelte, sei von den anderen wenig bekannt. Sie könnten sich überall in der Welt befinden.

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