Analyse der japanischen Nebenwertefonds
Fondsmanager setzt auf die Kaffeeaktie

"Die japanische Wirtschaft ist nach dem Terroranschlag vom September zwar noch stärker unter Druck geraten, aber ein Großteil der schlechten Nachrichten ist bereits in den Aktienkursen enthalten", glaubt Masato Kawada.

HANDELSBLATT, 30.11.2001

HB/vwd FRANKFURT/M. Von den Börsenturbulenzen in diesem Jahr blieb der auf Aktien kleiner japanischer Firmen spezialisierte Invesco GT Japan Enterprise Fund nicht verschont. Der von Kawada betreute Fonds der britischen Investmentgesellschaft Invesco kommt mit einem Zwölfmonats-Wertverlust von 28,79 Prozent per Ende Oktober auf Rang neun unter 30 Aktienfonds für japanische Nebenwerte.

Wie Kawada berichtet, begann er bei einzelnen Technologiewerten mit Käufen. "Wir haben den Kursboden im Aktienzyklus für Werte aus dem Bereich Informationstechnologie durchschritten, und es wird in den nächsten Quartalen Zeichen einer Verbesserung geben", äußert er sich optimistisch. Eingestiegen sei er kürzlich beispielsweise bei der Aktie der Internet-Suchmaschine Yahoo Japan. Zugekauft habe er auch bei den Halbleitertiteln Shinkawa und Disco.

Im Finanzdienstleistungsbereich setzt Kawada nach seiner Schilderung auf das Kreditkartenunternehmen Aeon Credit. Grund: Dies ist seiner Meinung nach eines der profitabelsten Geschäfte, wenn das Kreditrisiko kontrolliert werde. Aufgestockt habe er seine Bestände bei Park 24, das einen interessanten Weg bei der Schaffung zusätzlichen und kostengünstigen Parkraums gefunden habe. "Jeder, der einmal in Tokio war, kennt die hohen Preise für das Parken", so der Fondsmanager. Ein sicheres langfristiges Wachstum erwartet Kawada auch bei der Kaffee-Filialkette Doutor Coffee, die mit Selbstbedienung und günstigen Preisen Erfolge feiere.

Mit einem Wertverlust von 42,71 Prozent landet der UniDynamicFonds: Japan für Wachstumswerte auf dem drittletzten Platz. "Wir haben zu lange an der hohen Gewichtung von Aktien aus den Sektoren Elektronik und optische Technologien festgehalten", erklärt Fondsmanagerin Hannah Cunliffe von der zur genossenschaftlichen Bankengruppe gehörenden Union Investment das Ergebnis.

Nachdem sie im Frühjahr über verstärkte Engagements in den Branchen Pharma und Transport den Fonds etwas defensiver ausgerichtet habe, sei im Herbst - zu teilweise deutlich günstigeren Kursen - der Portfolioanteil des Technologiesektors von 16 auf über 30 Prozent erhöht worden. Die Aktie des Computerspiele-Entwicklers Sega entwickelte sich laut Cunliffe bereits sehr erfreulich. Interessant finde sie auch Zulieferer der Elektronikindustrie wie Nidec, einen Hersteller von PC-Spezialbauteilen. Weiteres Potenzial vermutet die Union-Fondsmanagerin ebenfalls beim IT-Dienstleister Fuji Soft ABC, der für Unternehmen aus der Telekommunikationsbranche Soft- und Hardware entwickele und installiere.

Mit knapp elf Prozent der verwalteten Mittel setze sie gegenwärtig auf den Pharmabereich. "Auch hier gibt es Werte mit stetigem Wachstum", sagt sie. Dazu zähle Daiichi Pharmaceutical. Kurschancen sehe sie ferner beim Pharma-Einzelhändler Sugi Pharmacy. Zu Cunliffes Lieblingswerten aus anderen Bereichen zählt der Spielzeughersteller Bandai. Das Unternehmen, das unter anderem mit Power-Ranger-Figuren erfolgreich sei, hat sich nach Angaben von Cunliffe auch im Segment elektronische Spiele etabliert.

Mit Blick nach vorne erwarte sie an der Börse Tokio bis ins erste Quartal 2001 hinein weiteres Korrekturpotenzial. Cunliffe will nicht ausschließen, dass die im September gesehenen Tiefstände noch einmal getestet werden. Für die zweiten Hälfte des kommenden Jahres hat Cunliffe indessen die Hoffnung, dass Japan im Schlepptau einer konjunkturellen Erholung in den USA das Tal der Tränen verlassen kann.

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