Analyse der Wertentwicklung offensiv gemanagter Mischfonds
Viel Vertrauen in die Aktie von Daimler-Chrysler

Die Anlageprofis sind unterschiedlicher Meinung über die relative Attraktivität von Aktien. Das gemischte Portfolio der BWK ist hier übergewichtet, während Universal Investment in ihrem Fonds defensiver ausgerichtet ist. Trotz unterschiedlicher Strategien agieren beide Fonds im Konkurrenzvergleich relativ erfolgreich.

HB/vwd FRANKFURT/M. Mitte kommenden Jahres dürfte sich die Weltwirtschaft erholen und damit auch die Unternehmensgewinne wieder spürbar erhöhen, ist Rudolf Gläsche von der Württembergischen Versicherungsgruppe überzeugt. Deshalb wolle er Aktien weiterhin übergewichten, auch wenn er bei weiteren Kursanstiegen punktuell Gewinne mitnehmen werde. Gläsche berät zusammen mit Jochen Veith die Baden-Württembergische Kapitalanlagegesellschaft (BWK) beim W & W Global-Fonds BWK. Das Produkt belegt mit einem Zwölfmonatsminus von 16,86 % Platz fünf unter den offensiv gemanagten Mischfonds.

Offensiv heißt, dass die Aktienanlage grundsätzlich den Schwerpunkt bildet.

Im Fonds beträgt die Aktienquote laut Gläsche aktuell rund 70 %. Diesen Anteil wolle er angesichts der positiven Konjunkturprognose in nächster Zeit nicht markant unter seine neutrale Quote von 65 % senken. Seit geraumer Zeit seien US-Titel zu Lasten japanischer übergewichtet, europäische Titel neutral gewichtet. Die Aktienauswahl erfolge auf Basis fundamentaler Bewertungsgrößen innerhalb eines von Veith entwickelten computergestützten Auswahlmodells, dessen Ziel es sei, die zehn besten werthaltigen und die zehn besten wachstumsorientierte Titel aus jeder Anlageregion, d.h. heißt Europa, USA und Japan, zu identifizieren.

Zu den aktuellen Favoriten bei den werthaltigen Titeln zählten Daimler-Chrysler und Zurich Financial in Europa, Worldcom und Occidental Petrol in den USA sowie Tabacco und Denso in Japan. Bevorzugte Wachstumswerte seien momentan Nokia und Astra Zeneca in Europa, Fuji Photo Film und Kyocera in Japan sowie Wrigley und Concord EFS in den USA.

Im Rentenportfolio setzt Gläsche nach seiner Darstellung auf erstklassige Titel wie Staatsanleihen und Pfandbriefe. Rund ein Fünftel des Rentenanteils entfalle derzeit auf Unternehmensanleihen mit einem Rating von mindestens "BBB". Insgesamt sei seit geraumer Zeit die durchschnittliche Restlaufzeitenstruktur des Portfolios kürzer als im Fondsvergleichsindex. Denn vor dem Hintergrund der erwarteten Konjunkturerholung ab der zweiten Hälfte 2002 könnten die Notenbanken schon in absehbarer Zeit wieder dazu übergehen, die Zinsen zu erhöhen.

Schwerpunkt liegt auf erstklassigen Anleihen mit langen Laufzeiten

"Die wirtschaftliche Erholung, die an den Aktienbörsen derzeit schon vorweg genommen wird, verschiebt sich bis ins zweite Halbjahr 2002", meint auch Universal-Investment-Geschäftsführer Bernd Wagner. Er ist für den Abakus-Fonds UI verantwortlich. Das Produkt der von mehreren Privatbanken getragenen Investmentgesellschaft Universal Investment verbuchte einen Verlust von 17,17 %. Rententitel dürften sich laut Wagner bis zum Frühjahr gut entwickeln und besser abschneiden als Aktien. Vor diesem Hintergrund werde man Aktien, die bei neutraler Ausrichtung mit 70 % gewichtet seien zunächst weiter untergewichten. Momentan liege ihr Anteil bei rund 55 %. Etwa 10 % seien am Geldmarkt, die restlichen rund 35 % in Anleihen investiert. Innerhalb des Rentenportfolios, das sich zum überwiegenden Teil aus europäischen Titeln zusammensetze, liege der Schwerpunkt auf erstklassigen Anleihen mit langen Laufzeiten.

Er gehe davon aus, dass die langfristigen Zinsen sowohl in den USA als auch in Europa nochmals um mindestens 50 Basispunkte fallen werden. Innerhalb der Eurozone setzt er derzeit auf italienische Staatsanleihen, die trotz der Währungsharmonisierung in den vergangenen Wochen deutlich besser rentiert hätten als vergleichbare deutsche Staatstitel. Bei den Kurzläufern favorisiere man norwegische Staatsanleihen, die aktuell Renditen um die sieben Prozent böten.

Auf der Aktienseite liege der Schwerpunkt auf defensiven Titeln mit hoher Dividendenrendite. Beispiele dafür seien die Aktien des britischen Pharmaunternehmens Pharmacia Upjohn mit 6 % Anteil am Fondsvermögen sowie der deutsche Nahrungsmittelhersteller Südzucker und das schweizerische Pharmaunternehmens Roche mit je 3 %.



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