Analyse
Deutsche Bank senkt Gewinnschätzung für Daimler-Chrysler

Probleme mit der US-Konzernsparte Chrysler könnten die Aktie durchaus bis auf fünfzig Euro drücken.

dpa-afx FRANKFURT. Die Deutsche Bank hat ihre Gewinnschätzung je Aktie (EPS) für Daimler-Chrysler für 2000 von 6,00 Euro auf 5,30 Euro zurückgenommen. Der Analyst Christian Breitsprecher begründete den Schritt am Dienstag in Frankfurt mit den hohen Kaufanreizen in bar beim Auto-Verkauf sowie den für den Konzern ungünstigen Finanzierungsmöglichkeiten in der Konzernsparte Chrysler. Die verschlechterten Aussichten für das dritte Quartal und das kommende Jahr könnten die Aktie durchaus bis auf 50 Euro drücken.

Die eigenen Prognosen für Chrysler hätten sich verschlechtert: So werde der Kaufanreiz in bar, den in den USA Händler an die Kunden zahlen, im dritten Quartal auf 2.500 $ steigen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres habe die Prämie noch 1.000 $ betragen. Dazu kämen noch sehr attraktive Finanzierungsmöglichkeiten für die Käufer. Die Kaufanreize alleine machten zusätzliche Ausgaben in Höhe von 800 Mill.$ im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aus, kommentierten die Experten. Zusätzlich dazu wirkten sich Kosten für die Produkteinführung von 600 Mill.$ für den neuen Minivan und die mittelgroße Limousine aus.

Damit werde im dritten Quartal der Verlust 350 Mill. Euro betragen, verglichen mit einem Betriebsgewinn von 1,025 Mrd. Euro im vergangenen Jahr und verglichen mit den bisherigen Schätzungen der Bank von einem Betriebsgewinn von 300 Mill. Euro im dritten Quartal.

Wichtiger noch seien die Aussichten für das kommende Jahr: Das Unternehmen plane mit dem Jeep Cherokee und dem Dodge Ram Pickup zwei wichtige Produkteinführungen für das nächste Jahr. Nach den Erfahrungen mit den aus dem Ruder gelaufenen Incentives für den alten Minivan seien die eigenen Prognosen für Chrysler wohl zu optimisitisch. Die Deutsche Bank hatte für 2001 eine Rendite auf den Betriebsgewinn in Höhe von 5,9% prognostiziert, in diesem Jahr sind es 4,1%.

Da die Probleme bei Chrysler das Gesamtbild bei Daimler-Chrysler dominierten, werden nach Einschätzung der Bank die US-Firmen General Motors und Ford zu den hauptsächlichen Bewertungsmaßstäben für die Daimler-Aktie. Dies werde das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie weiter unter Druck setzen. Allerdings zeigte sich Breitsprecher optimistisch, dass wegen des starken Geschäfts mit Mercedes für die Daimler-Aktie weiter eine Prämie angemessen sei.

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