Analyse
DGZ-Deka-Bank sieht BIP-Wachstum im Jahr 2001 bei 3,2 %

Die Analysten der DGZ-Deka-Bank erwarten im kommenden Jahr eine Abschwächung der Anstiegsrate beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Euroraums von 3,4 % im Jahr 2000 auf 3,2 % im Jahresvergleich.

dpa-afx FRANKFURT. Im Jahr 2002 solle das BIP-Wachstum in einer Seitwärtsentwicklung ebenfalls 3,2 % betragen, erklärten die Experten am Dienstag in einem Pressegespräch in Frankfurt. In der Gesamtsicht gehen die Analysten aber von einer Fortsetzung der konjunkturellen Aufwärtsbewegung in der Eurozone aus. "2001 wird ein Jahr der Konsolidierung und 2002 eines mit fortgesetzt spannungsfreier Expansion", beschrieb der Chefsvolkswirt der Bank, Michel Hüther, die weitere Entwicklung.

Als "tragende Säule des Aufschwungs" nannten die Experten die Binnenkonjunktur. Vor allem der private Verbrauch und die Investitionen werden ihrer Auffassung nach zulegen. So werde der private Konsum im Jahr 2000 um jährlich 2,8 % und im Jahr 2001 um 3,5 % klettern. Im Jahr 2002 werde sein Wachstum auf eine Rate von 3,4 % abflachen. Grund für die positive Entwicklung beim privaten Verbrauch sei ein weiteres Ansteigen der Beschäftigung in den Jahren 2001 und 2002 um 1 % bis 2 %. Zudem werde die Steuer- und Abgabenquote spürbar sinken. Vor diesem Hintergrund dürften nach Meinung der Experten die verfügbaren Einkommen in diesem Zeitraum um durchschnittlich 4,5 % im Jahrevergleich ansteigen.

Die Investitionen sollen den Prognosen der DGZ-Deka-Bank zufolge im Jahr 2000 auf Jahressicht um 5,3 % und in den Jahren 2001 und 2002 je um 5,9 % klettern. Nach Meinung der Analysten erhöht die gegenwärtig hohe Kapazitätsausnutzung bei den Unternehmen die Wahrscheinlichkeit für neue Investitionen in Produktionsmittel.

Die Arbeitslosenquote solle im Euroraum im Jahr 2000 bei 9,2 % liegen, im Jahr 2001 8,7 % und im Jahr 2002 8,4 %. Der jährliche Anstiegsrate bei den Verbraucherpreisen solle sich von 2,3% im Jahr 2000 auf 2,1 % im Jahr 2001 bis auf 1,8 % im Jahr 2002 vermindern. Im Verlauf von 2001 erwarten die Analysten den Euro in Parität zum $ und im Jahr 2002 etwa bei 1,05 US-$.

In Deutschland rechenen die Experten mit einer "u-förmigen" Entwicklung des BIP-Wachstums. Während es in diesem Jahr im Jahresvergleich noch um 3,2 % klettern werde, sei 2001 mit einer auf 3,0 % leicht geschrumpften Steigerung zu rechnen. Im Jahr 2002 lege das BIP wieder um 3,3 % zu. Auch in Deutschland dürften Privatverbrauch und Investitionen die Motoren sein.

Zudem soll sich ihrer Meinung nach die Investitionstätigkeit im Bausektor erholen. Während sie in diesem Jahr noch ein Minus von 2,1 % im Jahresvergleich aufweisen werde, sollten sie im kommenden Jahr um 0,3 % klettern und im Jahr 2002 eine jährliche Zuwachsrate von 2,5 % erreichen. Zudem prognostizieren die Analysten einen Antieg der Inlandsnachfrage in Deutschland auf Jahressicht um 2,4 % im Jahr 2000, um 3,2 % im Jahr 2001 und um 3,4 % im Jahr 2002. Die deutsche Arbeitslosenquote prognostizieren die Experten diesem Jahr bei 9,6 %, im kommenden bei 8,7 % und im Jahr 2002 bei 8,0 %.

In den USA rechnen die DGZ-Deka-Bank-Analysten mit einer "weichen Landung" der Wirtschaft. Das heißt, die US-Ökonomie dürfte ihrer Meinung nach nicht in eine Rezession verfallen. Für diese Annahme spreche, dass die Belastungen für die US-Wirtschaft ihren Höhepunkt überschritten hätten. Dazu gehörten Leitzinserhöhungen, der starke $ und die Verteuerung des Rohöls. Während die Konjunkturabflachung vor allem den Industriesektor treffe, werde die Dienstleistungsbranche in den Vereinigten Staaten weiterhin stabil wachsen.

Nachdem das US-BIP im Jahr 2000 voraussichtlich ein jährliches Wachstum um 5,2 % erreichen werde, dürfte es in den beiden darauf folgenden Jahren nur noch unterhalb des US-Potenzials von 3,5% zunehmen. Im Jahr 2001 erwarten die Experten ein BIP-Wachstum im Jahresvergleich um 3,3 % und im Jahr 2002 um 3,4 %. Basis der Entwicklung werde der privater Konsum bleiben. Die Investitionstätigkeit werde weiter zunehmen, wenn auch schwächer als bisher.

Die Konsolidierung der japanischen Wirtschaft benötige mehr Zeit als zunächst angenommen, hieß es. Die politische Situation sei "alles andere als stabil und vertrauenserweckend", worunter vor allem die Aktienmärkte litten. Zudem herrschten auf dem japanischen Markt ungünstige Angebotsbedingungen. Als Argument für eine moderate Aufwärtsbewegung der Konjunktur Japans nannten die Analysten, dass die Konsumenten langsam wieder Mut fassten. Außerdem würden sich Restrukturierungsmaßnahmen im Unternehmenssegment sowie Investitionen in neue Branchen auswirken.

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