Analyse
Fondssparer verloren viel Geld

D eutsche Fondssparer haben im vergangenen Jahr viel Geld verloren. Selbst jene, die durch Streuung ihrer Engagements mittels Fonds das Risiko senken und die Rendite erhöhen wollten, hätten unter der Baisse an den Börsen gelitten, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Mittwochausgabe) unter Berufung auf die Beratungsgesellschaft Booz-Allen & Hamilton .

ddp/vwd FRANKFURT/MAIN. Nach deren Angaben wurde "privates Geldvermögen in signifikanter Höhe vernichtet". Besondern schlecht weggekommen seien 2000 die Kunden von Sparkassen und Genossenschaftsbanken, hieß es in einer Analyse zum Anlegerverhalten und zur Wertentwicklung weiter. Genauere Verlustzahlen wurden nicht genannt.

Die Entwicklung sei "nahezu zwangsläufig und leitet sich aus dem überdurchschnittlich hohen Anteil an Aktienfonds ab, über den unsere Kunden verfügen", sagte der Sprecher der Union Investment, Rolf Drees, zur Begründung. Der Marktanteil der genossenschaftlichen Fondsgesellschaft habe über alle Wertpapier-Publikumsfonds hinweg Ende 2000 in Deutschland 15,8 Prozent betragen. Im Bereich der Aktienfonds habe der Anteil hingegen bei 16,9 Prozent gelegen, betonte Drees. Mit dem Kursrutsch an den Börsen sei auch das Vermögen der Fonds gesunken, betonte er. Diese Begründung teile auch die DGZ Deka-Bank.

Als weitere Erklärung für die Entwicklung nannte Ulrich Gallus, Bereichsleiter Fondsberatung und Vermögensverwaltung, die Auflage einer Reihe neuer Branchenfonds im Vorjahr. Diese hätten im Einzelfall erhebliche Verluste erwirtschaftet. Durch die Einbindung strukurierter Anlagen wie Dachfonds und die fondsgebundene Vermögensverwaltung seien die Verluste auf der Ebene des Anlegers jedoch gemildert worden, sagte Gallus.

Schwellenländer-Fonds sind eine interessante Anlage

Ein Fondsmanager von Schroder Investment Management empfiehlt zugleich Aktieninvestitionen in Schwellenländer. Die Zeit sei reif dafür, sagte er der Zeitung zufolge. Die Börsenbewertungen lägen auf historischen Tiefständen, institutionelle Investoren hätten solche Anlagen derzeit untergewichtet, und viele Länder verfügten heute über ein besseres makroökonomisches Management als vor der Asien-Krise, begründete Giles Neville, Fondsmanager des SISF Emerging Markets Funds, seine Ansicht. Der Abschwung bei den Technologieaktien, der nach und nach die meisten Segmente heruntergezogen hätte, habe auch die Aktienmärkte der meisten Schwellenländer nicht verschont. Jetzt ist nach Ansicht des Fondsmanagers aber Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Die Zinssenkungen in den USA begännen zu greifen, und auch in der Europäischen Währungsunion werde die Geldpolitik früher oder später gelockert werden.

Nevilles Fonds ist den Angaben zufolge derzeit in Ländern übergewichtet, die schnell auf weitere Zinssenkungen reagieren könnten, wie Südkorea, Russland, Brasilien, Taiwan, Polen, Mexiko und Ägypten. Zwei Risiken seien aber zu beachten, warnte der Manager. Wenn es in den USA doch zu einem tiefen Abschwung komme und die aktuellen Krisen in Argentinien und der Türkei andere Schwellenländer mitrissen, würden die Hoffnungen auf lohnende Anlagen in den aufstrebenden Ländern erneut enttäuscht.

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