Analyse: Perspektiven nach dem Krieg

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Analyse: Perspektiven nach dem Krieg

Nun schweigt die Diplomatie und es sprechen die Waffen. Seit vier Uhr früh rollt der Angriff auf den Irak. Die Diplomatie hatte schon lange keine wahrhaftige Chance mehr.

HB Nun schweigt die Diplomatie und es sprechen die Waffen. Seit vier Uhr früh rollt der Angriff auf den Irak. Die Diplomatie hatte schon lange keine wahrhaftige Chance mehr. Nun muss Amerika beweisen, dass es nicht nur den um jeden Preis gewollten Krieg gewinnen kann, sondern auch den Frieden danach - im Irak und in der gesamten Region.

Die Risiken dieses Konfliktes aber liegen weniger in der militärischen, als vielmehr in der geopolitischen Dimension dieses Waffengangs. Er ist Amerikas erster Angriffskrieg. Er ist ein Bruch des Völkerrechtes - mindestens im moralischen, wohl aber auch im juristischen Sinne.

Nun aber, da der Waffengang begonnen hat, gilt es, den Blick auf die Zeit danach zu richten. Entscheidend ist, das isolierte Amerika wieder in den Kreis der Weltgemeinschaft zurück zu führen. Die Weltgemeinschaft muss dabei moderat und konsequent zugleich sein. Sie darf sich nicht auf faule Kompromisse einlassen. Es gilt, eine neue, eine passendere Ordnung für die Welt nach dem Kalten Krieg zu entwerfen.

Europa steht in diesem Prozess vor einer historischen Weggabelung. Der alte Kontinent muss nach Wirtschafts- und Währungsunion zu einer außenpolitisch einigen Gemeinschaft zusammenwachsen. Und: Es muss das neue Selbstbewusstsein auch mit größerer militärischer Stärke unterfüttern. Nur so kann es ein Konzept vorlegen und mit Gewicht vertreten, dass mit jenem des George W. Bush inhaltlich konkurrieren kann.

Amerika muss verlorenes Vertrauen zurückgewinnen. Es wird auf die anderen Staaten zugehen und vom Diktat des Stärkeren Abstand nehmen müssen. Nach dem Krieg gilt schließlich, was vor dem Krieg galt: Frieden - das ist mehr als die Abwesenheit von Gewalt.

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