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ANALYSE: US-Notenbank schwenkt allmählich auf neutralen Kurs - CommerzbankDPA-Datum: 2004-06-29 11:14:56

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die US-Notenbank wird nach Einschätzung der Commerzbank angesichts einer boomenden Wirtschaft allmählich auf einen neutralen geldpolitischen Kurs einschwenken. Ein bremsender Kurs sei aber nicht notwendig, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Ulrich Ramm in Frankfurt. Bis Dezember werde die US-Notenbank ihren Leitzins in vier gleichmäßigen Schritten auf 2,00 Prozent erhöhen. Das neutrale Niveau sieht der Experte bei rund 3 Prozent. Diesem werde sich die Notenbank im kommenden Jahr annähern.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die US-Notenbank wird nach Einschätzung der Commerzbank angesichts einer boomenden Wirtschaft allmählich auf einen neutralen geldpolitischen Kurs einschwenken. Ein bremsender Kurs sei aber nicht notwendig, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Ulrich Ramm in Frankfurt. Bis Dezember werde die US-Notenbank ihren Leitzins in vier gleichmäßigen Schritten auf 2,00 Prozent erhöhen. Das neutrale Niveau sieht der Experte bei rund 3 Prozent. Diesem werde sich die Notenbank im kommenden Jahr annähern.

Die für diesen Mittwoch erwartete erste Leitzinserhöhung komme "eigentlich etwas zu spät", sagte Ramm. Als Grund für eine 6-monatige Ankündigungspolitik der Währungshüter nannte Ramm zu befürchtende "erhebliche Brüche" an den Finanzmärkten durch eine überraschende Leitzinserhöhung. Schließlich hätten sich viele Banken und Investmentfonds in diesem Zeitraum noch sehr kurzfristig finanziert.

EZB BLEIBT FÜR ZINSERHÖHUNG NOCH ZEIT

"Die Zinserhöhungen sind eine Bestätigung, dass die Konjunktur läuft", sagte Ramm. Zweifel an einem selbsttragenden Aufschwung seien nicht gerechtfertigt. Der Boom werde sich etwas abgeschwächt auch im kommenden Jahr fortsetzen. Dabei bleibe der Preisauftrieb unter Kontrolle. Der größere Wettbewerbsdruck durch die Globalisierung führe unter anderem dazu, dass die Unternehmen steigende Kosten nicht an die Endverbraucher überwälzen können, sagte Ramm. Dies dürfte sich noch eine Weile fortsetzen. Ein Risikofaktor sei allerdings der Ölpreis.

In der Eurozone bleibe für eine Straffung der Geldpolitik unterdessen noch etwas Zeit, sagte Ramm. Eine erste Erhöhung durch die Europäische Zentralbank sei erst im Dezember zu erwarten. Der Leitzins ist in der Eurozone derzeit mit 2,00 Prozent doppelt so hoch wie in den USA.

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