Analyse von Telekom- und Medienfonds
Fidelity-Fonds bei November-Rally abgehängt

Manager von Telekom/Medien-Branchenfonds profitierten von den jüngsten Kursgewinnen dieser Sektoren. Dennoch bleibt auf Jahresfrist gesehen ein dickes Minus. Experten von Fidelity setzen vor allem auf die großen Telekoms; Nordinvest investiert vor allem in Tech-Titeln wie Nokia und Philips.

vwd/HB FRANKFURT/M. Für die kommenden Monate ist Fidelity-Fondsmanager Teera Chanpongsang für die Entwicklung des Telekommunikationssektors skeptisch gestimmt. Die hohe Verschuldung der Unternehmen sowie der anstehende Verkauf weiterer Staatsanteile an den Telekoms werden seiner Meinung nach die Kurse in der ersten Jahreshälfte 2002 belasten. Deshalb werde die Einzeltitelselektion in einem schwierigen Umfeld entscheidend sein.

In den vergangenen zwölf Monaten war der Manager des Fidelity Funds - Telekommunikations Fund in der Hinsicht einigermaßen erfolgreich: Der Fonds verlor 30,06 % und belegte damit Platz 5 der in Telekom - und Medienwerten investierenden Produkten. Der World Tele-Media-Index gab dagegen deutlicher nach und verlor 38,43 %.

Allerdings blieb die Performance des Fonds im November deutlich hinter dem Durchschnitt zurück: Auf der Habenseite standen lediglich 4,73 %, während viele Konkurrenzprodukte zweistellige Kursgewinne verzeichneten. Der Grund: Die mit 11 und 9 % im Fonds gewichteten SBC Communications und AT&T mussten deutliche Kursverluste hinnehmen.

"Der Fonds profitierte von seiner ausschließlichen Ausrichtung auf Telekommunikationsunternehmen. Technologie- und Medienwerte waren viel volatiler", blickt Chanpongsang zurück. Trotz der Kursmalaise der vergangenen Jahre sehe er nach wie vor viel Potenzial in dem Sektor, vor allem im Bereich der mobilen Datenübertragung, so der Fidelity-Manager.

Im Portfolio sind die Aktien von SBC Communications am höchsten gewichtet. Das US-Unternehmen sei stark diversifiziert und biete international und in den USA eine breite Palette von Dienstleistungen an, von Ort- und Ferngesprächen bis zu Datenübertragung, Internet, Kabelfernsehen. Zudem verfüge der Konzern über das Joint Venture Cingular Wireless mit Bell-South über 20 Millionen Mobilfunkkunden in den USA. Bell South ist mit 10,5 % des Fondsvermögens ebenfalls stark gewichtet.

Ein wachsender Geschäftsbereich seien - trotz des derzeitigen Stellenabbaus - die Breitband-Dienstleistungen. Weitere prominent im Fidelity-Fonds vertretene Unternehmen sind der britische Mobilfunkanbieter Vodafone Group (9,6 %) und der US-Festnetzspezialist AT&T (9,2 %).

Grund zur Freunde hatten in den vergangenen Monaten die leidgeprüften Anleger des Nordinvest Europ-Media der Vereins Westbank-Tochter-und Nordinvest. Im November brachte die Aufholjagd sogar ein Plus von 18,3 %, was freilich nicht die hohen Verluste der vergangenen 12 Monaten von jetzt 58,3 % wettmachen konnte.

Diese brachten dem TMT-Fonds in der Zwölfmonatsbilanz Platz 28 der Tabelle. Seit Oktober erwies sich die Konzentration auf die Technologiebranche als bester Kurstreiber, wie Fondsmanager Boris Boehm erklärt. Die Branche sei mit einem Portfolio-Anteil von 62,8 % nach wie vor deutlich übergewichtet. "Sie sollten nach hohen Verlusten in einer Branche nicht kurzfristig versuchen, durch ein Switchen zu einer anderen Branchen alles wettzumachen", sieht sich Boehm in seiner Strategie bestätigt. Mit großem Abstand folgen die Sektoren Telekommunikation (26 % des Fondsvolumens) und Medien (11,2 %).

Mit 8,8 % ist die Aktie des finnischen Handyspezialisten Nokia die Nummer eins im Portfolio. Er erwarte, dass das der Weltmarktführer wieder zu alter Stärke zurückfinden wird. Einen ersten Indikator sehe er in den Zahlen zum dritten Quartal, die eher positiv überrascht hätten. Es folgen die Aktien von Philips mit 8,0 % und der in London und an der Nasdaq notierte Halbleiterspezialist IQE mit 7,0 %.

Im Telekommunikationsbereich setzt Boehm vor allem auf die "Großen Player", wie etwa die Telekom-Anbieter Vodafone, Deutsche Telekom, Telefonica und France Telecom .

Hier rechnet der Fondsstratege schon bald mit den positiven Auswirkungen der Zinssenkungen auf die hoch verschuldeten Unternehmen. Diese würden einen Großteil ihres Finanzbedarfs am kurzen Ende finanzieren, so dass die Zinssenkungen eine deutliche Entlastung bei kurzfristigen Anleihen böten. Boehm: "Das wird sich positiv auf den Cash-flow auswirken."

Weniger Potenzial sehe er bei den Medienwerten, die im Vergleich zu den anderen beiden Branchen noch hoch bewertet seien. "Die Hoffnungen auf das Internet als zusätzlichen Absatzkanal und Umsatz-Katalysator haben sich nicht erfüllt", sagt Boehm.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%