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Analyse: Wissensmanagement – Ein Instrument zur Zukunftssicherung

Mit effektiv eingesetzten Wissensmanagement-Instrumenten können Unternehmen ihre Zukunftsfähigkeit sicherstellen.

Von Wolfgang A. Büscher, Handelsblatt.com

Ein Blick ins Lehrbuch klärt auf: Will ein Unternehmen erfolgreich Produkte erstellen, so muss es Arbeitsleistungen, Betriebsmittel wie Boden, Gebäude, Maschinen sowie Werkstoffe zusammenführen, zentral koordiniert von "dispositiven Faktoren" wie Planung, Organisation oder Controlling.

Mit dem Einzug der Informationsgesellschaft in die Unternehmen hat sich dieser Zusammenhang jedoch gründlich geändert. Humankapital wird immer mehr zum wichtigsten Produktionsfaktor, vor allem in Bereichen wie Beratung, Forschung und Entwicklung oder Vertrieb. Selbst in vor kurzem noch technisch oder materiell geprägten Bereichen dominiert inzwischen das "Immaterielle": Industrielle Fertigungsprozesse werden längst vom Know-How, von hochspezialisierten Experten geprägt, die hochkomplexe Anlagen konzipieren, realisieren und instandhalten können. Extremstes Beispiel ist die weiter wachsende Softwarebranche, in der das völlig "virtuelle" Produkt aus nichts anderem als strukturiertem, abstrakt formuliertem Denken besteht. Immer mehr Unternehmen erkennen, dass ihr eigentlicher Wert nicht mehr in Grundstücken und Produkten, sondern im Wissen um Kundenwünsche, in Kenntnissen und Erfahrungen, Kontakten und Lernprozessen ihrer Mitarbeiter besteht. Dabei haben alle diese neuen Wertschöpfungsträger eine Besonderheit, die jeden Unternehmer irritieren sollte. Verblieben in der traditionellen Wirtschaft die wesentlichen Elemente abends meist gut bewacht auf dem Firmengelände, nimmt in der Wissensgesellschaft jeder Mitarbeiter die eigentlichen Werte des Unternehmens abends mit nach Hause - oder im Fall eines Job-Wechsels unmittelbar mit zum Wettbewerber.

Die Lösung aus diesem Dilemma kann nur der gezielte Aufbau, die Pflege, Entwicklung und Sicherung von Wissen organisationsrelevanter Information sein. Dabei geht es nicht nur um eine unternehmerische "Vermögenssicherung". Entsprechend organisiert, entwickeln diese Systeme eine Eigendynamik, die zu erheblichen Synergien, zu mehr Transparenz und schnellerem Lernen führt - inzwischen unmittelbare Voraussetzungen für fortdauerndes Wachstum und Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens.

Den Autor erreichen Sie unter w.buescher@vhb.de

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