Analyst bezeichnet Entwicklung als "höchst gefährlich"
Zweifel an Versorgungssicherheit treiben Ölpreis

Wachsende Zweifel an der Sicherheit der Ölversorgung aus dem Nahen Osten angesichts der politischen Verstimmung zwischen Saudi-Arabien und den USA haben den Ölpreis am Mittwoch deutlich anziehen lassen.

Reuters LONDON. Für ein Barrel (159 Liter) der marktführenden Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Oktober wurden am Abend an der Londoner Warenterminbörse International Petroleum Exchange (IPE) 27,65 Dollar und damit 55 Cent mehr als am Vorabend bezahlt. Der September-Kontrakt der in den USA führenden Sorte West Texas Intermediate (WTI) hatte am Vortag erstmals seit 18 Monaten die Marke von 30 Dollar überschritten.

Händlern zufolge reagiert der durch Spekulationen um die von den USA angestrebte Entmachtung des irakischen Präsidenten Saddam Hussein ohnehin nervöse Markt auf die wachsende politische Kluft zwischen den USA und ihrem wichtigsten Öllieferanten Saudi-Arabien zunehmend empfindlich. Paul Horsnell von der Investmentbank J.P. Morgan bezeichnete die gegenwärtige Entwicklung als höchst gefährlich. "Wir glauben nicht, dass sich die Ölpolitik Saudi-Arabiens deshalb bereits geändert hat. Aber wir gehen davon aus, dass sie derzeit offen sind für eine ständige Überprüfung", sagte er. "In einer Situation, in der der Ölpreis durch ein falsches Wort zur falschen Zeit in die Höhe schnellen könnte, ist behutsame Diplomatie hinter den Kulissen erforderlich", fügte Horsnell hinzu.

Seit den Anschlägen vom 11. September, wobei 15 der 19 Flugzeugentführer aus Saudi-Arabien stammten, haben sich die Beziehungen zwischen dem Königreich und den USA so weit abgekühlt, dass nur noch wenige in Washington Saudi-Arabien als wahren Freund bezeichnen. Viele betrachten das Land sogar mit offener Feindseligkeit. Auf der anderen Seite ist das Königreich verärgert über die Unterstützung Israels durch die USA. Zudem lehnt die Regierung in Riad einen möglichen Militärschlag der USA gegen Irak ab.

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