Analyst: Kurs wird weiter unter Druck bleiben
Kurskapriolen von EM.TV gehen weiter

Am Neuen Markt haben erneut die Münchner EM.TV & Merchandising AG im Mittelpunkt des Anlegerinteresses gestanden.

dpa/afx FRANKFURT. Die Aktien des Filmrechtehändlers fielen bis 11.45 Uhr um 6,67 % auf 19,60 Euro, nachdem sie im frühen Geschäft in einer sehr volatilen Spanne von 18,70 bis 22,05 Euro gehandelt wurden. Der Nemax 50-Index verlor gleichzeitig 2,93% auf 3 299,77 Punkte.

"Die Anspannung am Markt ist sehr hoch", sagte ein Frankfurter Händler. Die anhaltenden Gerüchte um EM.TV hätten allen Fantasien Tür und Tor geöffnet. Die am Anfang der Woche aufgekommenen Spekulationen über Liquiditätsengpässe und eine mögliche Gewinnwarnung für das dritte Quartal habe die Anleger spürbar verunsichert, was sich auch in den starken Kursverlusten niedergeschlagen habe.

Am Dienstag waren die Aktien auf ein neues Jahrestief gefallen. Nach Einschätzung des Händlers seien die Gerüchte schwer einzuschätzen, wobei er selbst keine Liquiditätsprobleme bei EM.TV erwarte. Das Unternehmen wird Ende dieser oder Anfang der nächsten Woche offiziell seine Zahlen zum dritten Quartal vorlegen.

Die jüngsten Spekulationen über eine mögliche Beteiligung der Kirch-Gruppe am Münchner Unternehmen nehme der Markt ernst, sagte der Händler. Trotz einer Reihe offener Fragen erscheine diese Option wahrscheinlich. Ralf Marinoni von Value Management + Research hält die Übernahme von EM.TV durch Kirch hingegen für "relativ unwahrscheinlich." Im Kernbereich des EM.TV-Geschäfts seien beide Konzerne sowieso schon durch das Joint-Venture "Junior TV" verbunden. Marinoni hält auch eine Übernahme der Firma durch einen anderen Konzern für unwahrscheinlich, ehe konsolidierte Zahlen vorgelegt werden. Beide Unternehmen kommentieren die Gerüchte bislang nicht.

Die Fusionsfantasien könnten aber angesichts des äußerst schlechten Marktumfeldes kaum nachhaltige Wirkung entfalten, sagte der Händler. Vielmehr würde die Nervosität dadurch weiter angeheizt. Der Aktienkurs werde erst im Zuge einer allgemeinen Trendwende am Neuen Markt einen Boden finden. Bisher sei der Abwärtstrend intakt, und weitere Kurseinbrüche seien zu erwarten. "Ich denke, der Kurs wird noch weiter unter Druck bleiben - der Vertrauensverlust durch die Korrektur der Halbjahreszahlen wirkt noch weiter." Das werde den Kurs belasten, bis zu Beginn kommenden Jahres die konsolidierten Zahlen vorliegen, sagte Analyst Marinoni.

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