Analyst sieht Favoritenwechsel im Dax
Dax läuft gegen starken Widerstandsbereich

Als starken Widerstandsbereich sehen technische Aktienanalysten den Bereich um oder knapp oberhalb von 5 000 Punkten im Dax. Diesem Widerstand nähere sich der Dax nun an, so die technischen Analysten Florian Englert, Reich AG, Martin Siegert, Bayerische Landesbank und Klaus Tafferner, Concord Effekten, zu den technischen Aussichten am deutschen Aktienmarkt.

vwd FRANKFURT. Während die technischen Analysten damit kurzfristig übereinstimmen, gehen ihre mittelfristigen Szenarien auseinander. Englert meint, der Dax werde am Widerstand scheitern und dann unter 4 000 Punkte zurückfallen, Siegert meint, die Entwicklung sei offen, und Tafferner erwartet, dass der Dax den Widerstand nach einer Verschnaufpause überwindet.

In der genauen Bestimmung des Widerstandsbereichs unterscheiden sich die Analysten um Nuancen. Siegert sieht ihn bei 5 100 Punkten. Er meint, die Bewegung vom September könnte als umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Formation betrachtet werden, bei 5 120 sei das Potenzial aus dieser Formation abgearbeitet. Er rät, zunächst noch Long-Positionen zu halten und bei 5 100 Punkten die Gewinne mitzunehmen. Tafferner meint, der Bereich zwischen 5 035 und 5 125 Punkten sei eine massive Widerstandszone, deren Kraft aus dem Kampf um den ehemaligen Frühjahrs-Doppelboden stamme. Und Englert sieht eine seit Juni entwickelte Abwärtstrendlinie, die bereits bei 4 970 Punkten dem Dax im Weg liegt.

"Die 5 000-er Marke ist wohl das Höchste der Gefühle", meint der Mitarbeiter der Reich AG somit auch. Das Bild des Dax deute immer noch nicht auf den Abschluss der scharfen Baisse hin. Der Baisse-Trend bei 5 600 Punkten sei weiter intakt. Für ein Korrekturende fehle der Formation außerdem noch ein weiterer Abwärtsimpuls. Dieser könnte den Dax in einer ersten Bewegung bis auf die horizontale Unterstützung bei 4 546 Punkte drücken und später bis auf 3 800 Punkte, also in die Nähe des September-Tiefs. Dann könnte die Baisse mit einem klassischen Doppelboden abgeschlossen werden, so Englert.

Rückschlag Richtung 4500 Punkte möglich

Auch Siegert meint, nach dem Erreichen der 5 100-er Marke sei ein Rückschlag Richtung 4 600 oder 4 500 Punkte möglich. Darauf deuteten auch Divergenzen bei den Indikatoren hin. Andererseits seien sehr wenige Anleger bei der derzeitigen Aufwärtsbewegung dabei. Daneben habe der Dax zuletzt zwischen 4 600 und 4 800 Punkten seine überkaufte Situation auskonsolidiert, ohne dass dabei Druck aufgekommen sei, für den Mitarbeiter der Landesbank ein Grund für Optimismus. Siegert meint deshalb, wer die Long-Position bei 5 100 Punkte gebe, sollte sie wieder aufbauen, wenn der Dax schnell über 5 200 Punkte steigen sollte. Hier liege die obere Gerade eines Trendkanals und ein horizontaler Widerstand, ein Ausbruch über die Marke wäre für Siegert also ein günstiges Zeichen.

Tafferner setzt sich zunächst ebenfalls mit den Divergenzen der Indikatoren auseinander. Er meint aber, sie lägen vor allem darin begründet, dass nun die Dynamik des Aufschwungs nachgelassen habe, und das sei nicht überraschend. Damit sollten die Divergenzen in Indikatoren wie Stochastik und RSI zunächst vernachlässigt werden. Sehr günstig sähen dagegen Umsatzverhalten, On-Balance-Volume, AD-Linie und MACD aus, sie hätten die letzten Hochs ohne Divergenzen bestätigt und deuteten deshalb auf weiter steigende Kurse hin. Der Dax werde deshalb nach dem Erreichen der Zone zwischen 5 035 und 5 125 wahrscheinlich erneut nur verschnaufen und dann Richtung 5 400 steigen.

Tafferner erwartet Favoritenwechsel

Dabei erwartet Tafferner allerdings einen Favoritenwechsel. Anleger sollten nun auf BASF, Thyssen-Krupp, Degussa und MAN setzen, so der technische Analyst von Concord Effekten. Auch Infineon blieben aussichtsreich. Eon und RWE könnten eine lange Seitwärtskonsolidierung beenden und nach oben ausbrechen. Siemens würden über 60,42 Euro zu einem Kauf. Dagegen sollten Allianz, Daimler-Chrysler, Telekom, Epcos und Münchener Rück die aufgelaufenen Gewinne zunächst in Seitwärtsbewegungen auskonsolidieren und damit ihre Favoritenstellung zunächst verlieren.

Siegert sieht als Alternative zu einer Index-Position noch die Schering-Aktien, die aus technischer Sicht besonders aussichtsreich seien. Englert meint dagegen, "Gelderhaltung statt Geldvernichtung" sei weiter das Motto. Flexible Anleger könnten Richtung 5 000 kleine Shorts aufbauen und diese mit engem Stopp fahren, so der technische Analyst der Reich AG.

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