Analyst: Starke Reaktion der Aktie ist nicht nachvollziehbar
Schwarz Pharma-Aktie büßt nach FDA-Entscheid ein

Die Aktie des Monheimer Arzneimittelherstellers Schwarz Pharma hat am Montag deutlich nachgegeben, nachdem in den USA die Gesundheitsbehörde einem weiteren Prilosec-Generikum die Zulassung erteilt hatte.

Reuters FRANKFURT. Die im MDax notierten Schwarz Pharma-Aktien büßten in einem etwas festeren Gesamtmarkt zeitweise mehr als 8 Prozent auf 31,76 Euro ein. Nach einem gewonnen Patenstreit mit AstraZeneca hatte Schwarz Pharma als bislang einziges Unternehmen mit Omeprazol eine eigene Generika-Version des verkaufsstarken Magenmittels Prilosec auf den US-Markt gebracht. Schwarz erwartet 2003 mit Omeprazol einen Umsatz von bis zu 1,2 Mrd. Dollar.

Der US-Arzneimittelhersteller Mylan Laboratories hatte am Montag mitgeteilt, von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für eine Nachahmerversion von Prilosec erhalten zu haben. Die FDA habe den Zulassungsantrag für 10-Milligramm und 20-Milligramm-Versionen des Medikaments mit verzögerter Wirkung genehmigt. Für eine 40-Milligramm-Version des Mittels ist nach Angaben des in Pittsburgh ansässigen Unternehmens eine vorläufige Zulassung erteilt worden. Das Magenmittel Prilosec des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca gehört zu den am meisten verkauften Arzneimitteln der Welt. Mit dem Mittel hatte AstraZeneca Umsätze von sechs Milliarden Dollar im Jahr erzielt.

Nach Einschätzung von Analysten ist aber die starke Reaktion der Aktie nicht nachvollziehbar. "Mylan kann mit dem Mittel nicht wirklich auf den Markt gehen, ohne einen Gerichtsstreit mit AstraZeneca gewonnen zu haben", sagte Sal. Oppenheim-Analyst Peter Düllmann. Dies sei eine stimmungsgetriebene Reaktion, da realisiert werde, wie wichtig Omeprazol für Schwarz sei. "Ich sehe aber nichts, dass unmittelbar die Position von Schwarz als einziger Wettbewerber gefährden könnte und die Kursverluste sollten sich umkehren."

Nach Angaben eines AstraZeneca-Sprechers stünde Mylan ein Gerichtsverfahren ins Haus, falls das Unternehmen nun mit dem Mittel sofort auf den US-Markt gehen würde. Mylan müsse dann für Schadenersatz aufkommen, falls es vor Gericht unterliege, sagte der Sprecher. Die AstraZeneca-Aktien lagen in London nach der Mitteilung mit 0,3 Prozent im Minus bei 2467 Pence.

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