Analysten äussern sich pessimistisch
NSE reduziert Umsatzerwartung für 2001

rtr MÜNCHEN. Die am Neuen Markt notierte NSE Software AG hat am Dienstag ihre Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2001 heruntergesetzt und damit zum dritten Mal innerhalb eines Jahres ihre Geschäftszahlen korrigiert. Entgegen den Erwartungen habe ein Großauftrag im Versicherungsbereich nicht abgeschlossen werden können, begründete der Münchener Anbieter von Finanzsoftware die Korrektur am Dienstag in einer Pflichtveröffentlichung. Zugleich wurde ein nicht näher beschriebenes Sanierungskonzept angekündigt. Vorstansdsprecher Dirk Oevermann wollte das Ausmaß der Umsatzkorrektur nicht beziffern. Eine Analystin des Bankhauses Sal. Oppenheim bezeichnete NSE Software als klaren Übernahmekandidaten.

Die Aktien der NSE Software AG gerieten auf die Veröffentlichung hin stark unter Druck und notierten zeitweise mit 2,01 Euro um bis zu 57 Prozent im Minus. Am Abend erholten sich die Papiere wieder leicht auf 2,26 Euro, was einem Verlust von 35,43 Prozent entspricht. NSE war im April 1999 zu 19,00 Euro an die Börse gebracht worden.

"Ich kann und werde dazu zum jetzigen Zeitpunkt nichts sagen", sagte Oevermann auf die Frage nach dem Umfang der Umsatzkorrektur. NSE war eigenen Angaben zufolge bislang für 2001 von einem Umsatz in Höhe von 54,1 Millionen Euro und einem einem Auftragseingang von 45,3 Millionen Euro ausgegangen. Zum Anlass und zur Ausrichtung des Sanierungskonzepts, das der Ad-Hoc-Mitteilung zufolge nachhaltig eine "wirtschaftliche Kurskorrektur" einleiten soll, wollte der Vorstandssprecher sich ebenfalls nicht äußern. Die neuen Planzahlen und das Sanierungskonzept werden Oevermann zufolge am 19. Februar der Öffentlichkeit präsentiert.

"Ich bin sehr, sehr pessimistisch für NSE", sagte Sonia Rabussier, Analystin bei Sal. Oppenheim Reuters. Bereits im August habe das Institut eine Verkaufsempfehlung für den Wert ausgesprochen. Per Ende September habe sich die Liquidität des Unternehmens auf 2,7 Millionen Euro belaufen. Dies sei zu wenig, um die Probleme zu lösen. Auch was das angekündigte Sanierungskonzept anbelange, sei sie skeptisch. Schließlich handele es sich bereits um das Dritte innerhalb eines Jahres. "Das ist ein ganz klarer Übernahmekandidat", resümierte Rabussier.

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