Analysten äußern sich positiv
Unicredito will Gewinne weiter steigern

Der Unicredito Italiano lässt nicht locker: Auch im laufenden Jahr will die nach einhelliger Meinung von Analysten beste Großbank des Landes ihre Ergebnisse weiter steigern.

mab MAILAND. Bei der Präsentation der Bilanz sagte Vorstandschef Alessandro Profumo, dass der Gewinn je Aktie 2002 um knapp 10 % wachsen soll. Obwohl bereits Signale der konjunkturellen Erholung sichtbar seien, werde das Jahr aber für die Branche nicht einfach werden, so Profumo.

Bereits in 2001 hatten zahlreiche europäische Großbanken Ergebniseinbrüche hinnehmen müssen - nicht aber der Unicredito. Wie bereits in einem Teil der gestrigen Auflage berichtet steigerte das Institut aus Mailand seinen Nettogewinn um 4,2 % auf 1,45 Mrd. Euro. Das Betriebsergebnis (vor Steuern und Wertberichtigungen) wuchs um 3,5 % auf 4,73 Mrd. Euro. Die Börse hat positiv auf die Zahlen reagiert. Diverse Investmenthäuser (JP Morgan, Merrill Lynch, ABN Amro) bezeichneten die Ergebnisse als gut. Die Analysten von UBS-Warburg bekräftigten ihre Kaufempfehlung und raten, Aktien des Konkurrenten San Paolo IMI in Papiere von Unicredito umzuschichten. Im Tagesverlauf legten Unicredito-Aktien in einem schwachen Börsenumfeld um 1,7 % zu.

Besonders beeindruckt zeigen sich die Beobachter über den dynamischen Geschäftsverlauf zwischen Oktober und Dezember. Mit einem Betriebsergebnis von 1,34 Mrd. Euro hat sich das vierte Quartal als bestes des Jahres entpuppt. Sergio Ciaramella vom Mailänder Brokerhaus Centrosim glaubt, dass Unicredito gerade in dieser Phase stark von der hohen Qualität seiner Kredite, also der guten Risikosteuerung, profitiert hat. In der Tat konnte das Institut das Gewicht notleidender Kredite weiter verringern. Mit einem Anteil von 2,81 % an allen Ausleihungen steht Unicredito deutlich besser da, als der italienische Durchschnitt (4,69 %). In dieses Bild passt, dass Unicredito im letzten Jahr nur marginal von den großen Unternehmenspleiten und speziellen Länderrisiken betroffen war. Konkurrenten, wie IntesaBci und Banca Nazionale del Lavoro mussten dreistellige Millionenbeträge wegen Enron, Swissair und Argentinien abschreiben.

Obwohl das traditionelle, heimische Bankgeschäft noch immer für den überwiegenden Teil der Erlöse (79 %) verantwortlich ist, steigt stetig die Bedeutung des Investment-Bankings, der Vermögensverwaltung und der Auslandsbanken in Mittel- und Osteuropa. In dieser Region kontrolliert Unicredito bereits vier Institute, darunter die größte polnische Bank, Pekao. Im letzten Jahr sind deren Einnahmen um 35,1 % gestiegen. Vorstandschef Profumo sagte gestern, dass weitere Akquisitionen in "New Europe" geplant sind. Aktuell würden Verhandlungen mit der türkischen Industriellenfamilie Koc über die Bildung eines Joint Ventures laufen. Außerdem versuche Unicredito die slowenische Bank NKBM zu übernehmen und prüfe einen kleineren Zukauf in der tschechischen Republik. Profumo hält auch nach den gescheiterten Fusionsverhandlungen mit der Commerzbank den deutschen Markt für "extrem interessant", Expansionsmöglichkeiten böten sich aber aktuell nicht an.

Unicredito ist gemessen an der Bilanzsumme (208 Mrd. Euro) das drittgrößte und gemessen an der Marktkapitalisierung (23,3 Mrd. Euro) das größte Institut Italiens. Mit einer Eigenkapitalrendite von 18 % und einem Verhältnis zwischen Kosten und Einnahmen von 52,7 % gehört das Institut zu den rentabelsten und effizientesten in Europa.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%