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Analysten befürchten Rezession im ersten Quartal

Zinssenkungen sind gut, aber nur auf längere Sicht. Immer mehr Analysten glauben, dass eine Rezession im ersten Quartal nicht mehr zu vermeiden ist. Obwohl die Futures auf eine freundliche Eröffnung an der Wall Street deuten, sollten sich Investoren in den kommenden Wochen auf weitere Verluste einstellen.

Historisch betrachtet kam es immer zu einer Rezession, wurden Zinssenkungen erst im Umfeld eines schwachen Aktienmarktes durchgeführt. Tendenziell verlor der Markt in den ersten Monaten nach der ersten Zinssenkung durchschnittlich 10,5 Prozent. Bill Dudley, Chefvolkswirt bei Goldman Sachs, sieht im ersten Quartal ein Minus im BIP von 0,3 Prozent. Die Notenbank dürfte wahrscheinlich schon in den nächsten Monaten den Leitzinssatz um weitere 100 bis 200 Basispunkte reduzieren.



Ähnlich düstere Prognosen gibt es zum Wochenauftakt zu den Technologiewerten. Ashok Kumar von dem Brokerhaus US Bancorp spricht von einer Ertragsrezession bei Technologiewerten im ersten Quartal. Bei Intel bestehe das Risiko unerwartet schlechter Ergebnisse. Sollte dies der Fall sein, dürfte der Kurs bis auf 26 Dollar sinken. I/B/E/S, ein Researchhaus, das Ertragsschätzungen an der Wall Street sammelt, spricht wiederum von den drastischsten Gewinnrevidierungen seit der Asienkrise 1998. Nur fünf mal seit 1985 wurden Gewinnerwartungen so stark revidiert. Ist der Boden erreicht? Gemessen an den zahlreichen Warnungen, dürften die Schätzungen weiter sinken und die Hightechs volatil bleiben. Der Technologiesektor könnte im Wochenverlauf von zwei Analystenkonferenzen Unterstützung bekommen. Während bei Morgan Stanley im Wochenverlauf eine große Hightech-Konferenz veranstaltet, läuft bei Salomon Smith Barney die alljährliche Telekom-Konferenz.



Während der Markt schon genügend Schwierigkeiten hat, macht George W. Bush die Situation nur noch schlimmer. Der designierte Präsident nutzt die Konjunkturschwäche um seine 1,3 Billionen Dollar Steuersenkungen zu rechtfertigen. Eine politisch umstrittene Taktik. Bush Berater Lindsey sprach am Wochenende von ernsthaften Schwierigkeiten in diversen Bereichen der Konjunktur. Reden Politiker die Konjunktur zu schwarz, könnten Verbraucher verunsichert werden und verstärkt auf die Konsumbremse treten.

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