Analysten bekräftigen schwachen Branchen-Ausblick
Nokia-Aktie mit heftigen Schwankungen

Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia hat am Dienstag seine Umsatzerwartung für das zweite Quartal erneut deutlich gesenkt, die Gewinnziele aber bekräftigt. Nach Vorlage des Quartals-Zwischenberichts geriet die Nokia-Aktie in Turbulenzen. Mehrere Analysten sehen die gesamte Branche noch skeptisch.

Reuters HELSINKI. Nokia-Aktien reagierten mit einem Kurssturz von zeitweise rund sechs Prozent und zogen auch die Titel des Konkurrenten Ericsson in den Keller. Der deutsche Aktienmarkt reagierte auch mit heftigen Kursschwankungen, hat sich am Mittag jedoch für einen Aufwärtstrend entschieden.

Nokia rechne mit einem Umsatzrückgang im Jahresvergleich von zwei bis sechs Prozent für das laufende Quartal, teilte der finnische Weltmarktführer bei Mobil-Telefonen am Dienstag in seinem mit Spannung erwarteten Quartals-Zwischenbericht mit. Zuvor war das Unternehmen von einem zwei- bis siebenprozentigen Anstieg der Erlöse ausgegangen. Grund für die Revision sei die anhaltend schwache Nachfrage nach Handys und Mobilfunk-Netzwerken. Das Quartalsziel eines Pro-Forma-Gewinns von 0,18 bis 0,20 Euro je Aktie nach 0,17 Euro im Vorjahr werde aber erfüllt.

Analysten hatten mit einer Senkung der Umsatzprognose von Nokia gerechnet. Am Montag hatte die Investmentbank Merrill Lynch ihre Prognosen für Nokia sowie den weltweiten Absatz von Mobil-Telefonen für 2002 und 2003 wegen des unverändert schwachen Marktumfelds gesenkt.
Auch die Analysten von J.P. Morgan hatten den schwachen Ausblick für die Telekom-Branche bekräftigt und auf die anhaltenden strukturellen Probleme verwiesen. Im vergangenen Jahr war der Absatz von Mobiltelefonen weltweit erstmals gesunken.

Nokia sah sich in den vergangenen Monaten in einem arg gebeutelten Telekom-Markt zudem einem zunehmenden Wettbewerb durch Konkurrenten wie Siemens und Samsung ausgesetzt. Die Unternehmen leiden unter der anhaltenden Investitions-Zürückckhaltung der Telekom-Betreiber etwa in Netzwerke. Dazu trugen Experten zufolge auch die Verzögerungen bei der Markteinführung der dritten Mobilfunk-Generation bei.

Nokia-Titel, die seit Jahresbeginn bereits rund die Hälfte ihres Wertes eingebüßt haben, lagen im Handelsverlauf noch knapp vier Prozent im Minus bei 12,79 Euro und damit stärker als der Gesamtmarkt. Die Aktien des schwedischen Konkurrenten Ericsson fielen in Stockholm um rund sieben Prozent auf 18,30 schwedische Kronen. Der deutsche Aktienindex Dax hatte zunächst mit Kursverlusten auf den Zwischenbericht reagiert, pendelte sich dann aber dank Kursgewinne der T-Aktie rund ein Prozent über seinem Montags-Schlusstand ein.

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