Analysten bevorzugen die Aktien des Wettbewerbers UBS: Gewinn der Credit Suisse bricht ein

Analysten bevorzugen die Aktien des Wettbewerbers UBS
Gewinn der Credit Suisse bricht ein

Das schlechte Börsenjahr 2001 hat bei der Credit Suisse Groupe tiefe Spuren hinterlassen. Jetzt soll der Abbau von Überkapazitäten bei der Investmentbank CSFB helfen. Analysten zeigen sich skeptisch.

ef ZÜRICH. Der Schweizer Allfinanzkonzern Credit Suisse Group rechnet nach einem Verlust von 800 Mill. Schweizer Franken allein im vierten Quartal für das gesamte Jahr 2001 mit einem drastischen Gewinnrückgang auf 1,6 Mrd. sfr. Das ist ein Einbruch von mehr als 70 % gegenüber dem Vorjahr.

Verantwortlich für das schwächere Ergebnis ist nach Angaben des Konzerns die Entwicklung bei der Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB), die das Jahr 2001 mit einem Reinverlust von 1,6 Mrd. sfr beenden dürfte. Die anderen Bereiche der Bank, etwa Private Banking und Financial Services, erzielten nach Angaben der Gesellschaft gute Resultate. Analysten hatten mit einem Konzerngewinn zwischen 2,2 und 2,6 Mrd. sfr gerechnet.

John Mack, der neue Chef der Investmentbank, gab sich trotz der schlechten Zahlen optimistisch: "Obwohl noch einiges zu tun bleibt, haben wird bei der Credit Suisse First Boston im Jahr 2001 bereits einige Fortschritte erzielt. Wir sind daran, die Kosten dem Markt und unseren Konkurrenten anzugleichen."

Zu dem hohen CSFB-Verlust haben auch einmalige Aufwendungen von 1,1 Mrd. sfr beigetragen. Darin enthalten sind die Kosten für das Sparprogramm. Im Herbst hatte die Investmentbank den Abbau von rund 2000 Arbeitsplätzen bekannt gegeben. Zudem sind die Kosten für den Vergleich mit der US-Wertpapieraufsichtsbehörde SEC im Zusammenhang mit den Zuteilungspraktiken des Instituts bei Neuemissionen berücksichtigt.

Belastet wurde das Ergebnis der Investmentbank im Schlussquartal durch tiefere Erträge im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren. Die Entwicklung in Argentinien und beim US-Energiehandelskonzern Enron führten zu Verlusten von 476 Mill. sfr vor Steuern. Daneben wurden wegen der verschlechterten Marktsituation Kreditrückstellungen von 573 Mill. sfr gebildet. Schließlich belasteten Abschreibungen von 176 Mill. sfr vor Steuern im Bereich Private Equity das Ergebnis.

Im Gesamtkonzern ermäßigte sich der operative Gewinn 2001 von 7,46 Mrd. auf rund 4 Mrd. sfr. CSG-Verwaltungsratspräsident Lukas Mühlemann unterstrich vor allem die soliden Ergebnisse und die starke Marktposition der Bereiche Financial Services, Private Banking und Asset Management.

Die CSG-Aktie reagierten gestern kaum, da das operative Ergebnis im Rahmen der Erwartungen lag. Seit Jahresbeginn hat der Titel rund 5 % verloren. Zwar wurde wegen der Argentinien-Krise und Enron-Pleite auf das Risikoprofil der CSG hingewiesen. "Doch im Vergleich zu spanischen oder US-Banken halten sich die Verluste der Credit Suisse Group noch im Rahmen", erklärte Christoph Ritschard, Bankanalyst der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Er verweist zudem auf die Gefahr von Sammelklagen privater US-Investoren im Zusammenhang mit der Zuteilung von Neuemissionen durch die CSFB.

Sowohl die ZKB wie auch die Bank Vontobal AG bewerten die CSG-Aktien gegenwärtig nur mit "Neutral" oder "Halten". Bevorzugt werden die Titel des Nachbarn UBS, die von beiden Instituten zum Kauf empfohlen werden. Ritschard begründet dies damit, dass die UBS ihre Kostenbasis bereits früher als die CSG an den Markt angepasst habe.

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