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Analysten bewerten Flatrate-Entscheidung negativ für Telekom

Die Verlagerung der Risiken bei Pauschal-Angeboten für Endnutzer einseitig auf die Telekom sei grundsätzlich für diese negativ zu beurteilen, sagte ein Analyst der Bankgesellschaft Berlin.

ddp BERLIN. Die Flatrate-Entscheidung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post führt nach übereinstimmender Expertenmeinung zu einer kurzfristigen Kursbelastung der Telekom-Aktie. Die Verlagerung der Risiken bei Pauschal-Angeboten für Endnutzer einseitig auf die Telekom sei grundsätzlich für diese negativ zu beurteilen, sagte der Analyst der Bankgesellschaft Berlin Ralf Hallmann im Gespräch mit ADX. Bei entsprechender Steigerung der Internetnutzung könne es zu Kapazitätsengpässen im Telefonnetz kommen, und die Telekom könne dadurch gezwungen sein, zusätzliche Investitionen in "alte" Technologien zu tätigen.

Die Telekom muss ab Februar nächsten Jahres allen Internet Service Providern (ISPs) eine Großhandels-Flatrate für schmalbandigen Internetzugang (analog und ISDN) zur Verfügung stellen. Über die Vertragsgestaltung oder monatliche Preispauschale liegen noch keine detaillierten Informationen vor.

Entscheidend sei jetzt unter anderem, ob die für die Steigerung des Internet-Verkehrs im Schmalband-Bereich notwendigen Investitionen allein von dem Bonner Ex-Monopolisten oder auch von den ISPs zu tragen sind, sagte Hallmann. Dies sei aber ebenso unsicher wie die pauschale Feststellung, der Verbraucher profitiere von der Entscheidung. Denn durch die Preissenkungen sei die Wahrscheinlichkeit verstopfter Leitungen höher, sagte der Experte. Er rechnet daher mit einer Verstärkung des Trends zu ISDN- und DSL-Anschlüssen, da bei attraktiven Internet-Kosten der wesentliche Anreiz für eine stärkere Nutzung eine schnelle Übertragung der Inhalte ist. Damit würde die Telekom durch höhere Anschlussumsätze Rückgänge bei den Durchleitungsumsätzen kompensieren.

Analyst Frank Rothauge von der Investmentbank Sal. Oppenheim bezeichnete die RegTP-Entscheidung als "sehr positiv" für alle ISPs und negativ für die Deutsche Telekom. Bei einer angenommenen Großhandels-Flatrate von 40 Mark im Monat erwartet Rothauge für 2002 einen Umsatzverlust der Telekom von 200 Mill. Euro. Für die Provider seien die Tarife jetzt leichter zu berechnen und Verluste seien unwahrscheinlich, teilte Rothauge in Frankfurt am Main mit. Dies führe zu einer wesentlichen Verbesserung des Geschäftsmodells der ISPs. Für T-Online schätzt der Analyst die mit der Flatrate verbundenen Kosteneinsparungen in 2002 auf rund 100 Mill. Euro.

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