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Analysten bewerten ProSieben-Aktie zwischen neutral und kaufen

Die im MDax notierten Vorzugsaktien der ProSieben Media AG legten am Montagmittag um rund 2,5 % auf 170,10 Euro zu. Die Aktionäre haben der Fusion der beiden Unternehmen auf der Hauptversammlung am Dienstag zugestimmt, der Zusammenschluss soll mit dem Eintrag im Handelsregister im Oktober vollzogen werden. Analysten bewerten die Aktie zwischen "neutral" und "kaufen".

DÜSSELDORF. ProSieben-Chef Urs Rohner, der auch die fusionierte Senderfamilie aus ProSieben, SAT.1, Kabel 1 und dem Nachrichtensender N24 führen soll, gab sich im Vorfeld der Hauptversammlung zuversichtlich: "Die guten wirtschaftlichen Kennzahlen des ersten Halbjahres 2000 zeigen, dass wir trotz der intensiven Vorbereitungen für den Zusammenschluss mit SAT.1 unser Tagesgeschäft nicht aus den Augen verloren haben", sagte er.

Analysten-Einschätzungen

Analyst Istir Özkaya, Metzler Equitiy Research, hält die Aussichten der jungen "Ehe" für vielversprechend und empfiehlt die Aktie des Medienunternehmens zum Kauf, wobei das mittelfristige Kursziel 189 Euro betrage.

HypoVereinsbank-Analyst Friedrich Schellmoser bezeichnet die Ergebnisse lediglich als im Rahmen der Erwartungen liegend. "Das war fast eine Punktlandung mit meinen Schätzungen. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 40 wurde schon sehr viel Phantasie eingepreist", äußerte er gegenüber Handelsblatt.com. Nach Einschätzung der HypoVereinsbank werde sich die Aktie nicht besser entwickeln als der Mdax, weshalb sie lediglich als "neutral" eingstuft werde. Nach der für Dienstag geplanten außerordentlichen Hauptversammlung, auf der die Aktionäre der Fusion mit SAT.1 zustimmen sollen, rechnet Schellmoser mit einem Kursrückgang. "Die Frage ist, ob die Aktie bis Freitag die 170er-Marke halten wird - ich glaube nicht." Der Aktienkurs hatte schon während der sieben Monate langen Fusionsgespräche kräftig zugelegt und sich gegenüber dem Jahresbeginn fast verdreifacht.

Isabel Geigenberger von der DG Bank, Frankfurt, bewertet den Aktienverlauf positiv und stuft die Aktie auf "akkumulieren". "Kurzsteigerungen von fünf bis maximal zehn Prozent halten wir für möglich", äußert sich Geigenberger optimistisch.

Auf Grund der ab 2001 durch die Fusion zu erwartenden Synergieeffekte, einer möglichen Wandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien, des weiterhin wachsenden TV-Werbemarktes sowie einer möglichen Wandlung von Vorzugsaktien in Stammaktien sowie einer späteren Ausrichtung auf europäischer Ebene halten die Analysten von M.M. Warburg & Co. ihre Kaufempfehlung aufrecht. Auf Sicht von zwölf Monaten wurde von den Analysten ein Kursziel von 160 Euro (40 Euro nach dem erfolgten Aktiensplit von 1:4) abgeleitet.

Die mögliche Wandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien bewertet Reinhild Keitel, Öffentlichkeitsarbeit und Vorstandsmitglied der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre e.V. (SdK), als positiv: "Eine Umwandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien wird sich langfristig positiv auf die Aktie auswirken. Außerdem können die Aktionäre von Stammaktien von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen."

Klaus Schneider, Vorstand der SdK, begrüßte die Umwandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien ebenso. "Englich wird dem nachgekommen, was wir ohnehin schon lange gefordert haben", äußert er sich gegenüber Handelsblatt.com. Den etwaigen Nachteil einer geringeren Dividende der Stammaktien im Vergleich zu den Vorzugsaktien nimmt er in Kauf, da er in den Vorzugsaktien ohnehin keine vollwertig anerkannten Aktien sehe und der Anleger kein Stimmrecht habe.

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