Analysten blicken finster in die Zukunft
Gewinnwarnung bei Aixtron nicht ausgeschlossen

Nach einem schwachen ersten Quartal dürfte sich die Aixtron AG auch im zweiten Vierteljahr 2002 nicht wesentlich gesteigert haben. Einige Analysten befürchten sogar, dass der Aachener Hersteller von Maschinen für Verbindungshalbleiter voraussichtlich am Mittwochabend nicht nur die Quartalszahlen, sondern auch eine Gewinnwarnung veröffentlichen könnte.

vwd DÜSSELDORF. Entscheidend dafür sind weniger die bisher erzielten Umsatz- und Ergebnisziffern, sondern der Auftragseingang. Dieser hatte sich bereits im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr auf 25 Millionen Euro mehr als halbiert.

WestLB-Analyst Karsten Iltgen und sein Kollege Jürgen Wagner von Sal Oppenheim schätzen, dass der Auftragseingang des Nemax-50-Unternehmens im zweiten Quartal auf dieser Höhe verharrt ist. Das könnte so gerade reichen, um die Guidance für das Gesamtjahr zu halten, sagt Iltgen. Sollte das Vorquartalsniveau aber nicht erreicht werden, sei für 2002 mit einem noch größeren Umsatzrückgang zu rechnen, als Aixtron ihn ohnehin anvisiert habe. Die Mehrzahl der von vwd befragten Analysten wagt allerdings überhaupt keine Prognose für den Auftragseingang. Das Branchenumfeld lasse momentan jedenfalls wenig hoffen, meinen die meisten Experten.

Die Nachfrage nach Halbleitern sei insgesamt geschwächt, heißt es. Auch wenn Aixtron davon nicht direkt betroffen sei, könne sich das Unternehmen nicht ganz von diesem Trend abkoppeln. Auch habe mit Emcore der größte US-Wettbewerber von Aixtron bereits eine sehr schwache Vorlage für den Auftragseingang geliefert, ergänzt Dirk Lohmann von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Mit einer Erholung der Branche sei wohl doch erst Mitte kommenden Jahres zu rechnen, obwohl man sich schon für 2002 Hoffnungen gemacht habe.

Wagner will sich auf den Zeitpunkt der Erholung nicht festlegen lassen: "Das ist eine Wette auf die Konjunktur." Im Geschäft mit Leuchtdioden (LED) sehe es weiter gut aus für Aixtron, aber bei Tele- und Datenkommunikation seien die Vorzeichen weiter negativ. Bis zum Jahresende werde sich das Bestellverhalten nicht signifikant erholen. Für das zweite Quartal sagen die von vwd befragten Analysten im Durchschnitt einen Umsatz von 48,2 (58,9) Millionen Euro voraus. Noch deutlicher könnten die Abstriche beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ausfallen, das auf nur noch 9,6 (14,2) Millioenen Euro geschätzt wird. Der Konsens für den Quartalsüberschuss liegt bei 6,3 (7,8) Millionen Euro.

Iltgen hält die Wahrscheinlichkeit, dass Aixtron die Jahresprognosen senken muss, für relativ hoch. Anfang März hatte das Unternehmen für 2002 einen Umsatz von 210 (240) Millionen Euro in Aussicht gestellt. Außerdem peilt der Vorstand ein Vorsteuerergebnis von 46,0 (57,7) Millionen Euro und einen Jahresüberschuss von 29,0 (33,6) Millionen Euro an.

Ob die Aixtron-Aktie, die zuletzt unter erheblichen Druck geraten ist, bei ungünstigen Aussagen zum Gesamtjahr 2002 noch weiter geschwächt werden könnte, ist ebenfalls unsicher. "Sicher ist in dem Aktienkurs schon viel eingepreist", sagt Wagner. Eine Garantie dafür, dass das Ende der Talfahrt erreicht sei, gebe es aber nicht. Während fünf Experten die Aixtron-Aktie neutral einstufen, empfehlen zwei das Papier zum Kauf. Seit Jahresbeginn befindet sich der Wert konstant auf Talfahrt. Notierte er Anfang Januar noch bei knapp über 30 Euro, fiel der Kurs zu Beginn dieser Woche bereits auf unter sechs Euro.

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