Analysten blieben vorsichtig
US-Daten stärken Konjunktur-Hoffnungen

Überraschend positive US-Konjunkturdaten haben am Mittwoch die Erwartung auf eine beschleunigte Erholung der amerikanischen Wirtschaft gestärkt. Analysten blieben dennoch vorsichtig vor der Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts für November am Freitag dieser Woche.

Reuters NEW YORK. Stärker als von Volkswirten angenommen ist im November die Geschäftstätigkeit im US-Dienstleistungssektor gewachsen. Zudem berichtete das US-Arbeitsministerium von einer unerwartet deutlichen Steigerung der Produktivität der US-Wirtschaft im dritten Quartal.

Der an den Finanzmärkten stark beachtete Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) stieg auf 57,4 von 53,1 Punkten im Oktober und signalisiert mit einem Stand über 50 Zählern weiter ein Wachstum des Sektors, wie das Institut mitteilte. Volkswirte hatten dagegen einen Anstieg auf 53,7 Punkte vorausgesagt. Allerdings signalisierte der Beschäftigungs-Index des ISM mit 45,9 nach 46,2 Punkten im Vormonat eine anhaltende Beschleunigung des Stellenabbaus im Dienstleistungsgewerbe.

"Die Erholung ist willkommen. Sie signalisiert eine Verbesserung des Geschäftsklimas. Das könnte sich in den kommenden Monaten in einer Belebung im Verarbeitenden Gewerbe niederschlagen", sagte Christopher Low, Chef-Volkswirt bei FTN Financial in New York. Man sollte sich jedoch daran erinnern, dass die Nachfragestärke, die zum Anstieg des Service-Index beigetragen hat, durch sorgfältiges Kostenmanagement und großzügige Rabatte erreicht wurde. Das bedeute wenig Rentabilität und zudem gebe es keine Neigung zur Einstellung von Arbeitskräften, fügte Low hinzu.

Die Produktivität der US-Wirtschaft ist im dritten Quartal deutlich stärker gestiegen als im Vorquartal und übertraf zudem die Marterwartungen. Die Produktionsleistung je Arbeitsstunde außerhalb der Landwirtschaft habe auf die Jahresrate hochgerechnet zum Vorquartal um 5,1 Prozent angezogen, teilte das Arbeitsministerium mit. In den zwölf Monaten per Ende September sei die stündliche Produktion um 5,6 Prozent und damit so stark wie in den zwölf Monaten zum ersten Quartal 1973 nicht mehr gewachsen. Analysten hatten lediglich eine Beschleunigung auf 4,9 Prozent vorausgesagt. Dabei fielen die Lohnkosten je produzierter Einheit (Lohnstückkosten) um 0,2 Prozent nach einem Plus von 2,2 Prozent im Vorquartal. Der Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Arbeits-Produktivität bestimmt den Spielraum, der für Lohn- und Gehaltserhöhungen zur Verfügung steht und ist daher für den Wohlstand einer Volkswirtschaft von großer Bedeutung.

Wenn das kräftige Produktivitätswachstum anhält, könnte es nach Einschätzung von Analysten die konjunkturellen Erholung in den USA beschleunigen und die Unternehmen zu Investitionen in neue Anlagen und zur Einstellung neuer Arbeitskräfte veranlassen. "Zu einer Zeit in der die Umsatzsteigerungen schwach ausgefallen sind, haben sich die Unternehmen darauf konzentriert, effizienter zu werden. Wenn die Firmen diszipliniert bleiben, werden die Gewinne steigen, sobald die Nachfrage zunimmt", sagte Steven Stanley, Volkswirt bei RBS Greenwich Capital Markets. Unter dem Druck, die Gewinne ausweiten zu müssen, hätten die Firmen gezögert, neue Arbeitskräfte einzustellen. Sie hätten Wege gefunden, die Produktivität der verbliebenen Belegschaft zu steigern, indem sie neue Technologien einsetzten, fügte er hinzu.

Händlern zufolge erwarteten die Finanzmärkte nun die Daten zum US-Arbeitsmarkt am Freitag. Von Reuters befragte Analysten rechneten mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosenquote auf 5,8 Prozent im November von 5,7 Prozent im Vormonat.

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