Analysten: Boden gefunden
Nemax bleibt in Fahrt

Der Frankfurter Neue Markt hat die Woche mit kräftigen Gewinnen ausklingen lassen.

dpa-afx FRANKFURT. Der Nemax 50 kletterte um 5,73 % auf 1 129,21 Punkte und schloss damit knapp unter seinem Tageshoch. Der den Gesamtmarkt abbildende Nemax All Share legte um 4,00 % auf 1 152,16 Zähler zu. Angetrieben wurden die Kurse von den positiven Neuigkeiten des amerikanischen Netzwerkausrüsters Cisco Systems. Für zusätzliches Feuer sorgte die feste Nasdaq, die bis Börsenschluss in Frankfurt 3,22 % auf 1 902,22 Punkte gewann.

Händler sprachen bereits davon, dass der Neue Markt seinen Boden gefunden hat. Die Neuigkeiten von Cisco Systems hätten die deutschen Werte von Handelsbeginn an beflügelt. Das US-Unternehmen hatte am Vorabend eine weit reichende Umstrukturierung des Konzerns angekündigt und seine Umsatzprognosen bestätigt. Von einer Trendwende am Neuen Markt wollte indes kein Börsianer sprechen. "Wir haben eine Erholung, doch wie lange die anhält, weiß keiner", sagte ein Händler. "In die neue Woche werden wir eher seitwärts gehen."

Das Geld der Anleger floss in erster Linie in die liquiden Titel im Nemax 50, was die Kursbewegungen bei Werten wie Pixelpark oder T-Online erkläre, hieß es.

Pixelpark stiegen um 30,16 Prozent auf 5,61 Euro. Das Internet-Unternehmen will kommende Woche seine Halbjahresergebnisse vorlegen. Ebenso wie T-Online, die sich um 13,74 Prozent auf 8,36 Euro verteuerten und am Mittwoch berichten werden.

Die Aktien des angeschlagenen Software-Entwicklers Brokat notierten um 3,82 Prozent fester bei 1,63 Euro. Das Unternehmen hatte den Verkauf von zwei Geschäftssparten bekannt gegeben. Zudem hatte sich Finanzvorstand Michael Janßen zuversichtlich geäußert, dass der angeschlagene Konzern auch ohne einen Investor überleben kann. Brokat hatten am Vormittag noch einen Kurssprung von 25 Prozent verzeichnet. Händler hatten aber sofort vor einem "Strohfeuer" gewarnt.

Steag Hamatech gewannen 13,51 Prozent auf 8,15 Euro. Seit Tagen habe es Gerüchte um eine mögliche Übernahme des Herstellers von Maschinen für die CD- und DVD-Produktion gegeben, sagten Börsianer.

Bergab ging es mit den Papieren von MWG Biotech. Eine Gewinnwarnung brachte dem Unternehmen einen Rutsch von 16,43 Prozent auf 2,34 Euro ein. "Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe", sagte Philippe Lerique von der Banque Nationale de Paris. Die Münchner Gesellschaft rechnet nach neuesten Schätzungen mit einem Gesamtjahresverlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen in Höhe von 4,5 Millionen Euro. Noch vor zwei Monaten hatte MWG Biotech einen Gewinn in Aussicht gestellt.

Eine Gewinnwarnung veröffentlichte per Pflichtmitteilung am Abend auch die Sunways AG deren Aktien um 20,50 Prozent auf 4,11 Euro einbrachen. Der Hersteller von Solarzellen hatte gewarnt, dass die Planzahlen für das laufende Geschäftsjahr "wesentlich unterschritten werden", weil zwei maßgebliche Abnehmer kurzfristig ausgefallen sind.

Mit überwiegend leichten Notierungen gingen die Medienwerte aus dem Handel. Die Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB) hatte am Vortag einige Filmunternehmen pessimistisch beurteilt. Außerdem werden Kinowelt Medien am Montag, Senator Filmentertainment am Freitag und der Kabelnetzbetreiber PrimaCom am Donnerstag ihre Halbjahreszahlen vorlegen. Erwarten die Analysten bei Senator keine negativen Überraschungen, so gehen sie bei PrimaCom von einem Verlust von über 27 Mio. Euro aus.

Kinowelt verbilligten sich um 3,31 Prozent auf 1,17 Euro, und PrimaCom gaben 1,29 Prozent auf 6,91 Euro ab. Senator verbuchten ein Plus von 6,59 Prozent auf 2,75 Euro. EM.TV schlossen 1,05 Prozent leichter bei 2,82 Euro. IM International Media notierten nur leicht verändert zum Vortagesschluss bei 24,28 Euro - ein Plus von 0,12 Prozent.

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