Analysten empfehlen Aktien von Ce Consumer, ACG und Arrow Electronics zum Kauf
Chip-Broker profitieren vom Boom der Halbleiter

Die Nachfrage nach Halbleitern für die Computer- und Mobilfunkindustrie steigt, wovon auch die Chip-Broker profitieren. So hat die Ce Consumer AG gestern ihre Planzahlen kräftig erhöht. Für Phantasie sorgen außerdem Pläne, weitere virtuelle Handelsplätze im Internet zu eröffnen.

DÜSSELDORF. Die Halbleiterindustrie boomt: "Wir befinden uns in einer Aufschwungphase", sagt Reinhard Matuschka, Analyst bei der Bayerischen Landesbank. Infineon und Intel bauen neue Werke, um die rasant steigende Nachfrage nach Chips für Computer- und Mobilfunkindustrie zu bedienen.

Doch nicht nur die Halbleiterproduzenten, sondern auch Chip-Broker, die zwischen Herstellern und Industrie vermitteln, profitieren davon. Analysten geben dem Nachrichtendienst Bloomberg zufolge derzeit einstimmig positive Empfehlungen für Ce Consumer und ACG, die beide am Neuen Markt gehandelt werden, sowie für den US-Weltmarktführer Arrow Electronics.

Die Ce Consumer AG hat gestern wegen der hohen Wachstumsgeschwindigkeit auf dem Halbleitermarkt ihre Planzahlen um 50 % nach oben korrigiert. Demnach soll der Umsatz im Geschäftsjahr 2000 rund 450 Mill. DM betragen. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern wird nach Unternehmensangaben im Vergleich zum Vorjahr von 8,2 Mill. DM auf 23 Mill. DM steigen.

Ce Consumer peilt Milliardenumsatz an

Im kommenden Jahr soll die erste Umsatzmilliarde verbucht werden. Dieses Ziel will Ce Consumer mit internem Wachstum, aber auch durch Akquisitionen erreichen: Anfang August wurde die schrittweise Übernahme des deutlich größeren US-Konkurrent SND bekannt gegeben, der im laufenden Jahr einen Umsatz von 550 Mill. DM anstrebt.

Klaus Ragotzky, Leiter des Technologie-Teams bei der Bayerischen Landesbank, beurteilt die Übernahme sehr positiv. "Ce Consumer ist auf dem Weg, Weltmarktführer zu werden." Mit der Übernahme von SND soll nicht nur die Position in den USA gestärkt werden, sondern auch der Eintritt in Südamerika gelingen, wo SND mit 2000 Handelspartnern kooperiert.

Nach Ansicht von Ragotzky wird der Chip-Broker im Herbst zu den Gewinnern am Neuen Markt zählen. "Die Anleger werden nicht mehr nach dem Gießkannen-Prinzip verteilen, sondern sehr genau betrachten, ob das Modell Erfolg hat, und das ist bei Ce absolut der Fall."

Das Unternehmen kauft im Kundenauftrag Chips bei Herstellern ein. "Ce hat ein riesiges Know-How aufgebaut und weiß wo die nachgefragten Chips vorrätig sind", sagt Matthias Schneck, Technologie- Experte der Hypo-Vereinsbank. Sein Urteil lautet "Outperformer".

Internetplattformen für andere Produkte geplant

Inzwischen wird der Chip-Handel nicht nur telefonisch abgewickelt, sondern auch per Internet. Auf der Handelsplattform "Virtual Chip Exchange" treffen Anbieter und Nachfrager im Netz zusammen. "Dieses Modell ist nicht nur auf den Chipmarkt anwendbar", sagt Michael Seufert, Analyst bei der Nord LB. So sind eine Musik- und Lizenzplattform bereits in Planung. "Das bringt Phantasie für den Kurs", sagt Seufert, der Ce Consumer zum Kauf empfiehlt.

Mit positiven Zahlen glänzte auch die ACG AG aus Wiesbaden. Der Broker für Chips und Chipkarten hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2000 um 430 % auf 154 Mill. Euro gesteigert. Der Gewinn vor Steuern Zinsen und Abschreibungen stieg von 0,4 Mill. Euro auf 5 Mill. Euro. Dieses Ergebnis war für Michael Geiger, Analyst bei Credit Suisse First Boston, Anlass, die Aktie als "Strong Buy" zu bewerten.

Nach Angaben von Thomas Becker, Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt, resultiert das hohe Wachstum vor allem aus dem Handel mit so genannten Smart cards. Das sind multifunktionale Chipkarten, die Nutzer beispielsweise gleichzeitig als Türöffner und für Kaffeeautomaten verwenden können. Becker bestätigt seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 90 Euro.

Weltmarktführer unter den Chipbrokern ist die amerikanische Arrow Electronics Inc. Im zweiten Quartal stieg der Gewinn von 15 Mill. $ auf 84 Mill. $, der Umsatz erhöhte sich von 2,25 Mrd. $ auf 3,16 Mrd. $. Analysten von Morgan Stanley Dean Witter beurteilen den Wert, der auch in Frankfurt gehandelt wird, mit "Strong Buy". Wie alle anderen Broker profitiere er vom Aufschwung in der Halbleiterindustrie, es wird ein Einnahmewachstum von 20 % in den nächsten beiden Jahren prognostiziert. Dabei ist die Arrow-Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9,2 ein echtes Schnäppchen.

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