Analysten empfehlen Einstieg in Wachstumswerte
Tech-Werte – Die Profiteure eines Aufschwungs

Zurzeit lohnt es sich wieder, in Wachstumstitel einzusteigen, meinen Analysten. Diese würden von einer Erholung der Wirtschaft stärker profitieren als Substanzwerte. Zu den Favoriten zählen IBM und British Telecom.

FRANKFURT/M. Gute Zeiten für Wachstumswerte: Ende letzter Woche gab es gleich zwei positive Überraschungen. Zum einen hatte der weltweit zweitgrößte Computerkonzern Hewlett-Packard im Quartal mehr verdient, als Analysten erwartet hatten. Zum anderen prognostizierte der koreanische Elektronikkonzern Samsung für 2003 einen wachsenden Mobilfunkmarkt. Prompt legten Technologiewerte weltweit deutlich zu.

Kein Wunder, dass auch auf dem Aktionstag Börse, den der Bundesverband der Börsenvereine an deutschen Hochschulen e.V. am Samstag in Frankfurt und Dresden veranstaltete, das Thema Wachstumswerte oben auf der Agenda stand. So betonte Christian Schneider, Fondsmanager beim Deutschen Investment-Trust (DIT), seiner Meinung nach dürften sich Wachstumsaktien in der nächsten Zeit besser entwickeln als die Substanzwerte. Die Begründung: Es mehrten sich die Anzeichen einer wirtschaftlichen Stabilisierung in den USA, auch wenn es weiterhin Risiken für eine Erholung gebe. Sobald die Wirtschaft in Übersee in Schwung komme, dürften die Aktienkurse weltweit nach oben schnellen. Schneider: "Dann werden die Wachstumsaktien stärker steigen als die Valuetitel - denn sie sind jetzt oft so gepreist, als wenn ihre Pleite bevorsteht. " Und je besser der Konjunkturmotor laufe, desto geringer sei die Gefahr, dass die Firmen tatsächlich insolvent würden. Bei Value-Titeln sei die in den Kursen enthaltenen Risikoprämien bei weitem nicht so hoch - die Titel seien also nicht so niedrig im Vergleich zu ihrem fair value bewertet. "Daher ist das Aufwärtspotenzial geringer als bei Wachstumsaktien", erklärt der Fondsmanager.

Diese Auffassung wird auch von anderen Experten geteilt. Craig Brownell, Fondsmanager bei Franklin Templeton, meint: "Ich glaube, dass wachstumsorientierte Unternehmen weiterhin outperformen werden - solange, bis die Wachstumsperspektiven eingepreist sind." Es sei auch nicht überraschend, dass Growth-Werte derzeit outperformen, da diese Aktien stark unter Druck gestanden hätten. Dabei spielt er auf die Underperformance der Wachstumswerte gegenüber Substanzaktien an.

Commerzbank-Stratege Rolf Elgeti ergänzt, die gegenwärtig niedrigen Zinsen böten Wachstumsunternehmen Kursspielraum. Schließlich müssten die künftig erwarteten Gewinne nun mit vergleichsweise niedrigen Zinsen abdiskontiert werden. Folglich erhöhten sich die Gewinnerwartungen.

Elgetis Tipp ist British Telecom: Die Gesellschaft habe ihr Schuldenproblem gelöst und sei breit aufgestellt; so biete British Telecom etwa maßgeschneiderte Unternehmenslösungen im Bereich Kommunikation, was ein wichtiger Wachstumsmarkt sei. "Und dabei ist die Gesellschaft so niedrig wie ein Versorger bewertet", sagt Elgeti.

Andere Analysten raten derzeit zum Einstieg bei IBM. Beispielsweise empfehlen Deutsche Bank und Merrill Lynch die Aktie zum Kauf, und die DZ Bank zählt den Titel zu ihren Favoriten. Auf Grund seiner weltweiten Präsenz und seines breit diversifizierten Produktportfolios sollte IBM besonders stark von einer Erholung der Nachfrage nach Hard- und Software sowie nach IT-Dienstleistungen profitieren können, sagt DZ-Banker Thomas Emmert.

Franklin-Templeton-Fondsmanager Murdo Murchison betont indessen, kürzlich China Mobile zugekauft zu haben. Das Unternehmen sei finanzstark und befinde sich in einem wachsenden Markt.

Bei aller Euphorie ermahnt Peter Rothenaicher, Technologieanalyst bei der Hypo-Vereinsbank, die Anleger. Da Wachstumswerte jüngst stark gestiegen seien, könnten nun Rückschläge drohen. Klar bleibt ohnehin: Wer Wachstumsaktien kauft, muss gute Nerven haben.

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