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Analysten erwarten bei HVB Verlust im 4. Quartal

Ein im Vergleich zu den vorangegangenen Quartalen deutlich abgeschwächtes wirtschaftliches Umfeld und eine Reihe interner Baustellen bescheren nach Einschätzung von Analysten der Hypo-Vereinsbank AG (HVB), München, einen gewaltigen Gewinneinbruch im dritten Quartal 2001.

vwd MÜNCHEN. Nach Beratungen in Vorstand und Aufsichtsrat am Dienstag bzw. Mittwoch will Vorstandssprecher Albrecht Schmidt das Zahlenwerk und die erwarteten Gegenmaßnahmen am Donnerstag vorstellen und damit Klarheit in die anhaltenden Medienberichte über einen zusätzlichen Abbau von bis zu 3 000 Stellen im Retail-Bereich sowie eine neue Konzernstruktur bringen.

Die befragten Analysten erwarten im dritten Quartal ein Ergebnis nach Steuern und Fremdanteilen in der Spanne von 31 Mill. € bis 135 Mill. €, wobei das obere Ende der Schätzungen (Bankgesellschaft) die einzige Prognose ist, die über dem Ergebnis des zweiten Quartals (131 Mill. €) bzw. über dem Ergebnis des entsprechenden Vorjahreszeitraums (149 Mill. €) liegt. Für das vierte Quartal des laufenden Jahres schließen die Fachleute sogar einen Verlust nicht mehr aus.

"Wenn das operative Geschäft sich nicht drastisch verbessert, wonach es im Augenblick nicht aussieht, und keine Sondererträge erzielt werden, rechne ich im viertel Quartal mit einem Verlust", sagte Konrad Becker vom Merck Finck.

Zusätzlich zum bekanntlich schlecht laufenden Privatkunden- und Firmenkundengeschäft erwartet Becker angesichts der schwachen Konjuktur auch Abschreibungen auf Beteiligungen beispielsweise an nicht börsennotierten Unternehmen oder Privat Equity Fonds. "Jede Restrukturierung kostet erst einmal Geld, dagegen ist der Nutzen schwer vorhersehbar", schätzt Guido Hoymann vom Bankhaus Metzler ein. Die HVB habe den Konjunkturzyklus verfehlt, da sie die jetzt erforderliche, geringere Personaldichte erst zu einer Zeit erreichen werde, wenn die Märkte möglicherweise wieder anziehen.

Zusätzlichen Druck sieht auch Hoymann auf der Risikovorsorge durch möglichen Berichtigungsbedarf im Firmenkunden- und Baufinanzierungsgeschäft. HVB-Vorstandssprecher Schmidt hatte zuletzt vor reichlich einer Woche eingeräumt, dass die Bank ihr Ziel einer Eigenkapitalrendite von 10 % im laufenden Geschäftsjahr nicht erreichen wird. Die Zunahme bei der Risikovorsorge hatte er als "minimal" charakterisiert. Zugleich zeigte er sich unzufrieden mit dem erreichten Provisionsüberschuss. Die Frage von Journalisten, ob die Bank vor strukturellen Veränderungen stehe, hatte er mit dem Hinweis verneint, die Bank sei "gut aufgestellt".

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