Analysten erwarten eine sehr unruhige Börsenwoche
Dax-Ausblick: Die Aktienmärkte sind weiter angeschlagen

Nach Meinung zahlreicher Analysten dürfte die schlechte Stimmung an den Börsen noch eine Weile anhalten. Eine oder mehrere schlechte Unternehmensnachrichten könnten - wie zuletzt die Gewinnwarnung von Apple oder die Spekulationen um Liquiditätsprobleme bei Mobilcom - zu massiven Kursrückgängen führen.

DÜSSELDORF. "Sehr kurzfristig orientierte Anleger sollten momentan die Finger vom Aktienhandel lassen." So lautet die Empfehlung von Wolfgang Pflüger, Experte für Anlagestrategie bei der Berenberg-Bank. Die Märkte befänden sich weiter in einem Abwärtstrend. Anlass für Hoffnung, dass dieser Trend sich umkehren könnte, gebe es beim Dax beispielsweise erst, wenn der Index die 7 100-Punkte-Marke überwinden könnte. So lange sollten kurzfristig denkende Privatanleger noch mit dem Wiedereinstieg warten.

Die kommende Börsenwoche werde von zahlreichen makroökonomischen Daten aus den USA dominiert werden. Nach Auffassung von Pflüger könnte sich nach der Bekanntgabe von Verbraucherpreisen und Einzelhandelsumsätzen deutlicher abzeichnen, wie sich die US-Konjunktur künftig entwickeln werde. Er erwartet ein eher stärkeres Abkühlen der US-Konjunktur (so genannte "harte Landung"). Für die technologielastige US-Leitbörse Nasdaq leitet der Experte daraus ab, dass sich der Index nicht in gleicher Form erholen werde, wie dieser in den vergangenen Wochen nachgegeben hat.

Indexsprünge zwischen 6 400 und 6 800 Punkten

Für die deutschen Märkte bedeute dieses Szenario, dass auch in der nächsten Woche große Unsicherheit auf dem Parkett herrschen dürfte. Es gebe aus technischer Sicht die Chance auf einen oder zwei freundlichere Börsentage. "Insgesamt sollte der Dax sich zwischen 6 400 und 6 800 Punkten bewegen", prognostiziert Pflüger.

Kleinanleger sollten also noch "draußen bleiben", sogar zahlreiche Zocker würden momentan regelmäßig daneben liegen. Es gebe lediglich für langfristig ausgerichtete Investoren jetzt Einstiegsmöglichkeiten. "Wir gehen von einem Dax weit über 8 000 Punkten auf 12-Monats-Sicht aus", sagt der Aktienstratege. Er empfiehlt eher defensive Titel aus dem Versorger-, Versicherungs- und Bankenbereich. Gerade die Bankentitel seien wegen ihrer jüngsten Kursverluste günstig bewertet. Als Einzeltitel favorisiert Pflüger die Bayer-Aktie, die am Freitag ein neues Allzeit-Hoch markieren konnte und Volkswagen. "VW ist die beste Auto-Aktie in Europa", sagt er. Volkswagen beweise unter allen europäischen Autowerten eine relative Kursstärke und aus technischer Sicht gebe es hier eine "intakte" Aufwärtsbewegung.

Fundamentales Umfeld bessert sich

Die Analysten der DG Bank gehen davon aus, dass sich das Börsenumfeld auf fundamentaler Basis verbessert. Der kurzfristige Ausblick auf die kommende Börsenwoche falle allerdings verhalten aus. Die Experten prognostizieren, dass eine "traditionelle" Jahresendrally ausbleiben könnte. Möglicherweise sei sie aber nur auf den Beginn des kommenden Jahres verschoben.

Das Wachstumssegment "Neuer Markt" rutscht nach Auffassung der DG Bank in eine immer größere Vertrauenskrise bei den Anlegern. Zuletzt sei dies bei den Spekulationen über die Liquiditätsprobleme bei der Mobilcom AG sichtbar geworden.

Die DG Bank empfielt zurzeit unter langfristigen Gesichtspunkten aus dem Segment des Neuen Marktes die Aktien von Aixtron, Computer-Links, EM.TV, International Media, Kabel New Media, LPKF, Medion und Rhein-Biotech zum Kauf. Die Anlageempfehlungen für die Dax-30-Werte zeigt die Tabelle am Ende des Artikels.

Für Privatanleger wird es immer schwieriger gute Informationen über Unternehmen des Neuen Marktes zu bekommen. Zahlreiche Unternehmen und Institutionen weiten daher jüngst ihre Informationsangebote für Privatanleger aus:

Siehe: Neuermarkt.com geht 2001 an den Start

Siehe: Wichtige Links zum Thema "Neuer Markt"

Siehe: Wertpapieraufsichtsamt gibt Anlegern Tipps im Internet

Technologie-Titel sollten sich bald erholen können

"Die Aktienmärkte sind klar unterbewertet, auf dem aktuellen Bewertungsniveau ist ein Einstieg mit langfristigem Anlagehorizont sinnvoll", sagt Anlagestratege Martin Roth von der Dresdner Bank . Er geht davon aus, dass besonders Technologie-Titel nicht mehr weiter fallen sollten. Seine Prognose: "Die technologielastige US-Leitbörse Nasdaq dürfte schon bald wieder die 3 000-Punkte-Marke überschreiten."

Anleger würden zudem wieder mehr Wert auf tatsächliche Unternehmensgewinne legen - und nicht ausschließlich auf Gewinn-Phantasien. Daher favorisiert Roth Technologiewerte, die gute Gewinn-Wachstumsraten ausweisen und deren Kurse durch "Übertreibungen der Märkte" zuletzt stark nachgegeben haben.

Sein Kollege Andreas Wex, Portfoliomanager bei der Dresdner Bank, hält unter diesen Titeln besonders Epcos, Alcatel und IBM für interessant. Er hat sich über Kauf-Kandidaten für sein konservatives Musterdepot bei Handelsblatt.com Gedanken gemacht: Wex will stärker in den DIT-Technologiefonds investieren. Er kaufte jüngst Akzo-Nobel hinzu. Bei den Titeln des Neuen Marktes beobachtet Wex die Thiel-Logistik-Aktie, deren Kurs zuletzt sehr stark nachgegeben hat.

Die strategischen Anlage-Empfehlungen der DG Bank für die Dax-30-Titel im Überblick:



DG Bank

UnternehmenGewinn 2000eGewinn 2001eGewinn 2002eAnlageurteil

Adidas

-Salomon
3,974,545,35Halten

Allianz

9,2011,5012,65Halten

BASF

2,213,223,74Halten

Hypo

-Vereinsbank
2,303,804,59Halten

Bayer

2,543,183,49Kaufen

BMW

1,652,252,50Halten

Commerzbank

3,082,112,36Halten
Daimler-Chrysler4,244,325,25Verkaufen
Degussa-Hüls2,463,143,47Verkaufen

Deutsche Bank

7,305,626,46Kaufen
Deutsche Telekom-0,270,010,23Verkaufen
Dresdner Bank3,542,082,54Verkaufen

Eon

4,807,102,60Halten

Epcos

3,685,005,80Halten

Fresenius Medical Care

2,252,693,17Halten

Henkel

Vz.
3,113,493,79Verkaufen

Infineon

Technologies
1,831,852,00Halten
Karstadt1,051,301,35Verkaufen

Linde

2,493,033,99Kaufen

Lufthansa

2,002,052,25Halten

MAN

2,522,802,76Kaufen

Metro

0,931,051,17Halten
Münchener Rück.7,509,009,90Halten
Preussag2,222,692,80Kaufen

RWE

2,242,352,50Halten

SAP

Vz.
2,003,034,15Halten

Schering

1,812,102,42Halten

Siemens

4,205,316,14Kaufen

Thyssen

-Krupp
0,901,451,55Halten

VW

4,205,157,00Halten
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