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Analysten erwarten Ergebnisplus bei FMC

Das Medizin-Unternehmen Fresenius Medical Care (FMC) hat nach Einschätzung von Branchenexperten seinen Gewinn im vierten Quartal 2000 erheblich gesteigert. Von Reuters befragte Analysten sahen im Mittel ihrer Prognosen das Vorsteuerergebnis (Ebit) vor Sonderposten bei 165 (Vorjahresperiode 147) Mill. $ und den Jahresüberschuss vor Sonderposten bei 59 (45,6) Mill. $. Der Umsatz dürfte demnach auf 1,11 (1,01) Mrd. $ gestiegen sein.

Reuters FRANKFURT. Das auf Dialyseprodukte und-dienstleistungen spezialisierte Unternehmen veröffentlicht ebenso wie die Muttergesellschaft Fresenius am Dienstagmorgen die Geschäftszahlen für 2000.

FMC ist im Dax der 30 größten Titel an der Frankfurter Börse notiert, Fresenius im MDax der mittelgroßen Werte. FMC trägt rund drei Viertel zum Fresenius-Konzernumsatz bei und ist nach eigenen Angaben weltweit führender Dialyse-Anbieter zur Behandlung chronisch Nierenkranker. Es bilanziert in amerikanischer Währung, die Aktie wird auch an der Wall Street gehandelt.

1999 hatte FMC nach eigenen Angaben 470 Mill. $ vor Steuern an Sonderbelastungen verbucht, die auf Zahlungen zur Beilegung eines Streits mit den US-Justizbehörden um Geschäftspraktiken der amerikanischen Vorgängergesellschaft NMC beruhten. Für das Gesamtjahr 2000 sahen die fünf von Reuters befragten Analysten einen Anstieg des Ebit vor Sonderposten auf 629 (560) Mill. $ und des Nettogewinns auf 211,5 (170,5) Mill. $. Der Umsatz dürfte den Schätzungen zufolge auf 4,22 (3,84) Mrd. $ gestiegen sein.

Bei der Pressekonferenz am Dienstag dürften neben den Geschäftszahlen Fragen zur künftigen Aktienstruktur im Mittelpunkt des Interesses stehen. Der Konzern hatte am Donnerstag mitgeteilt, er plane keine Umwandlung von Vorzugs- in Stammaktien. Das FMC-Papier werde auch nach der Neuberechnung des Dax ab Sommer 2002 voraussichtlich im Börsenbarometer der 30 Standardwerte vertreten sein, sagte ein Sprecher. Nur die 70 Mill. stimmberechtigten FMC-Stammaktien sind im Dax notiert; 50,8 % davon hält die Muttergesellschaft Fresenius. Daneben gibt es 25 Mill. stimmrechtlose FMC-Vorzugsaktien in Streubesitz. Würden die in Stammaktien umgewandelt, verlöre Fresenius die Mehrheit der Stimmrechte bei FMC.

Am Mittwoch hatte der Softwarehersteller SAP angekündigt, er werde seine Vorzugsaktien im Verhältnis eins zu eins in Stammaktien umwandeln. Damit wolle er das starke Gewicht der Aktie im Dax nach 2002 behalten. Künftig soll nur noch eine Aktiengattung zur Errechnung des Gewichts eines Wertes im Index herangezogen werden.

Der Fresenius-Konzern umfasst außer FMC noch drei Sparten: Fresenius Kabi (Bereich Ernährungs- und Infusionstherapien), HemoCare (Blutbehandlung und Infusionstechnik) und ProServe (Gesundheitseinrichtungen). "Am Interessantesten werden nach der Großakquisition der Wittgensteiner Kliniken die weitere Geschäftsentwicklung und das Geschäftsmodell von ProServe sein", sagte Peter Spengler, Analyst bei der DG Bank. "Bisher hat man ja nur Management-Dienstleistungen für Krankenhäuser angeboten und nicht Krankenhäuser selbst besessen oder betrieben." ProServe - bisher eher ein Randbereich im Konzern - rücke nun mehr in den Mittelpunkt. Fresenius hatte im Dezember eine Vereinbarung zur Übernahme der Wittgensteiner Kliniken AG bekannt gegeben, womit das Unternehmen zu einem bedeutenden Krankenhausträger werden wolle. Den damaligen Angaben zufolge wird das Eigenkapital der Wittgensteiner mit 122,7 Mill. Euro bewertet.

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