Analysten erwarten Index zwischen 4 900 und 6&nbsp300 Punkten: Dax-Ausblick: Die großen Impulse fehlen

Analysten erwarten Index zwischen 4 900 und 6&nbsp300 Punkten
Dax-Ausblick: Die großen Impulse fehlen

Der deutsche Aktienmarkt bewegt sich derzeit wie ein Kölner im Karneval: Es fällt ihm schwer, eine klare Richtung zu finden. Also schwankt er lieber seitwärts. Einstiegschancen sehen Analysten aber dennoch.

DÜSSELDORF. "Eingekeilt zwischen der 200-Tage-Linie und der 100-Tage-Linie, pendelt der Dax in einem Seitwärtskanal", so Markus Reinwand von Heleba Trust. Von Dynamik ist da nichts zu spüren. Erst allmählich könne der Dax aus seinem Abwärtstrend hinauswachsen. HSBC Trinkaus sieht den Dax in einem Korridor zwischen 5 000 und 5 300 Punkten. "Bei 5 200 haben wir noch einen kleinen Widerstand. Wenn wir den durchbrechen, dann hat der Dax Platz bis 5 344", interpretiert Dirk Guber von HSBC Trinkaus den aktuellen Dax-Chart. Wo für Guber ein Widerstand liegt, ist für Martin Haug von der DG Bank schon das Ende der Fahnenstange angezeigt. Er sieht den Dax bei einer Obergrenze von 5 200. Wie die meisten Analysten glaubt er nicht, dass der Dax unter die 5 000er-Marke sinken könnte. Ein Kollege aus Berlin gibt dem Dax größeres Spiel. "Der Dax bleibt eingeklemmt zwischen 4 900 und 5 400 Punkten", so Günter Senftleben, Aktien-Stratege bei der Bankgesellschaft.

Fundamental wird sich in der nächsten Woche aber nicht viel tun, da sind sich die Experten einig. "Bis Dienstag und Mittwoch wird der Markt verhalten reagieren", prognostiziert Dirk Guber von HSBC Trinkaus. "Bis dahin kommen keine signifikanten Meldungen." Bei der Berichterstattung der Dax- und Nemax-Unternehmen herrscht in der nächsten Woche ziemliche Flaute. Nach Ansicht der Strategen von der DG Bank dürften die Kurse der Dax-Werte auch in der kommenden Woche anhaltend schwanken. Einige Unternehmen erste vorläufige Zahlen für 2001 angekündigt. Mit von der Partie sind die Deutsche Telekom (29. Januar), Deutsche Bank und MLP (beide 31. Januar). Als letztes Mitglied der Siemens-Familie wird Epcos seinen Bericht zum ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres vorlegen. "90 Prozent der börsenrelevanten Termine in den nächsten Wochen kommen aus den USA", sagt Herbert Sturm, Aktien-Stratege bei der DG Bank. "Aber wir haben keine Anhaltspunkte, dass Wallstreet oder Nasdaq abgehen wie eine Rakete", bremst Herbert Sturm, Aktien-Stratege bei der DG Bank, die Erwartungen der Anleger.

Anleger blicken gen Westen

Um so gebannter blicken die Analysten auf die konjunkturellen Indikatoren. Ist das Verbrauchervertrauen in den USA gestiegen? Das werden die Anleger am Dienstag wissen, wenn die neuesten Zahlen zum Verbrauchervertrauen in den USA vorliegen. "Wenn enttäuschende Zahlen aus den USA kommen, wird auch der Dax den Kopf wieder einziehen", so der Stratege Dirk Guber von HSBC Trinkaus.

Ob es aber wirklich eine Rolle spielt, wenn Greenspan am nächsten Mittwoch (Entscheidung der FED umd 20.15 Uhr, Handelsblatt.com berichtet aktuell) an der Zinsschraube dreht, wagen die Trinkaus-Analysten zu bezweifeln. "Wir glauben, dass der Zinstrend keine große Rolle mehr für den Aktienmarkt spielen wird. Die Erwartungen sind alle schon eingepreist." Auch bei der type="unknownISIN" value="BG Group plc">BG Berlin sieht man Greenspans Entscheidung gelassen entgegen: "Der Zinsentscheid wird keine Auswirkung auf den Aktienmarkt haben; der orientiert sich mehr an Unternehmensdaten, und wir sind mitten in der Berichtsphase", so Günter Senftleben von der BG Berlin. Ähnlich urteilt auch Hendrik Garz von West LB Research: "Die Zinsentscheidung der Fed wird wahrscheinlich neutral aufgenommen".

Wer erwartet, dass vom Ifo-Geschäftsklimaindex (Veröffentlichung am Montag) ein psychologischer Kick für den deutschen Aktienmarkt ausgeht, dürfte nach Ansicht der Analysten enttäuscht werden. Auch das Ifo-Geschäftsklima wird die Märkte nach Ansicht der Analysten nicht allzu sehr in Euphorie versetzen. Zwar rechnen die Analysten mit einem Stimmungsaufschwung. Aber die Märkte warten eher auf harte Konjunkturdaten, so Senftleben: "Die Erholung des Geschäftsklimas haben die Märkte schon vorweggenommen".

Zyklische Aktien sollen das Rennen machen

Die befragten Analysten setzen mehrheitlich auf zyklische Aktien. "Wir trauen den zyklischen Aktien, insbesondere den Chemiewerten, noch einiges an Dynamik zu", so der DG-Bank-Stratege. Er empfiehlt insbesondere die BASF -Aktie zum Kauf. Auch die Analysten der Helaba Trust trauen Chemie- und Grundstoff-Werten am meisten zu. Sie raten - wie HSBC Trinkaus - dazu, BASF überzugewichten. HSBC Trinkaus favorisiert neben den Chemietiteln aus den zyklischen Rohstoffbereich. In defensiven Bereichen wie Energie, Pharma und Konsum rät HSBC derzeit eher zum Untergewichten.

Auch die Technologiewerte liegen noch gut im Rennen. Die Kurse von Nokia , das am Donnerstag mit seinem Bericht Analysten und Anleger begeisterte, wurden am Freitag von den Ericsson -Ergebnissen wieder etwas in die Tiefe gezogen - laut Heleba-Trust ein guter Zeitpunkt für den Einstieg. Finanzanalyst Marin Haug von der BfG-Bank empfiehlt Jenoptik zum Kauf, rät aber zu Vorsicht bei den Tech-Werten SAP und Infineon, deren Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) viel zu hoch sei. Auch bei Epcos - das Unternehmen wird am Donnerstag Quartalszahlen vorlegen - mahnt der BfG-Analyst zur Vorsicht. In der nächsten Woche wird Alcatel Zahlen vorlegen - von denen Heleba-Analyst Michael Busse aber alles andere als begeistert ist. "Die haben zwar die Kosten und die Netto-Verschuldung gedrückt, aber die Nachfrageseite bleibt schwach." Aber für den Ausstieg sei es schon fast zu spät: "Man hätte gestern aussteigen sollen. Gestern wurden die Kurse der Netzwerk-Ausrüster durch die guten Nokia-Ergebnisse noch mal nach oben gezogen."

Günter Senftleben von der BG Berlin rät zu einem Einstieg in Telekom-Werte, besonders zu Telekom , France Telekom und Telefonica : "Sie haben in der letzten Woche gelitten und sind jetzt auf einem attraktiven Kursniveau."

Keine Phantasie bei den Versicherern

Dirk Guber von HSBC Trinkaus erwartet große Impulse vom Bankensektor. Als erste große europäische Bank legt am Donnerstag die Deutsche Bank ihre Eckdaten für das Gesamtjahr 2001 vor. Der Stratege im Bereich Privatkunden ist optimistisch, weil es der Bank bereits im dritten Quartal gelungen sei, ihre Kosten zu reduzieren. "Die Deutsche Bank hat in jedem Fall Signalfunktion, wenn man bedenkt, wie stark der Bankenbereich im Dax gewichtet ist", so Guber. Auch von den vorläufigen Zahlen der Telekom (29. Januar) und MLP (31. Januar) erwartet er Impulse für den Markt.

Die Versicherungs-Branche spielt in der Anleger-Phantasie derzeit offenbar keine bedeutsame Rolle. Die Riester-Rente wird nach Ansicht der Analysten die Phantasie der Anleger bezüglich Versicherungs-Aktien in nächster Zeit noch nicht anregen. Zudem: "Die Margen, die mit den Riester-Renten-Produkten verdient werden, sind nicht allzu üppig", urteilt Dirk Guber von HSBC Trinkaus.

Nicht übermütig werden

Dabeisein, aber nicht übermütig werden - dieser Tenor klingt bei den meisten Analysten durch. "Wir raten durchaus dazu, auf dem aktuellen Niveau kleinere Positionen wieder aufzubauen", sagt Dirk Guber von type="person" value="? Trinkaus, Hsbc">HSBC Trinkaus. Seiner Ansicht nach könnte der Dax im Sommer diesen Jahres sogar wieder auf die 6 000er-Marke zusteuern. Hendrik Garz von West LB Research sieht den Markt leicht unterbewertet: "Das Niveau ermöglicht derzeit einen vernünftigten Einstieg, wenn die Werte auch nicht so billig sind wie im Oktober." Verkaufen ist in dieser Phase für den Helaba-Research-Strategen die schlechteste aller Varianten. "Das ist keine Phase, in der man Werte abstoßen sollte", erläutert Günter Senftleben. Er rät Kleinanlegern dazu, ihr Portfolio vorerst nur um einen Titel aufzustocken: "Jetzt nicht das ganze Geld verpulvern, sondern später lieber nachkaufen."

In der folgenden Übersicht finden Sie die Einstufungen der Helaba Trust:

Hessische Landesbank

Unternehmen

Gewinn 2001

Gewinn 2002

Gewinn 2003

Empfehlung

Adidas

-Salomon
4,855,345,70neutral

Allianz

7,211,212,5neutral

BASF

0,852,082,68übergewichten

Bayer

0,891,622,51neutral

BMW

2,452,702,95neutral

Commerzbank

0,160,280,52neutral
Daimler-Chrysler0,902,504,34untergewichten

Deutsche Bank

4,825,256,58übergewichten
Degussa1,202,532,90übergewichten
Deutsche Post1,401,541,61übergewichten
Deutsche Telekom-0,54-0,240,06neutral

Eon

2,673,053,31neutral

Epcos

2,281,452,35untergewichten

FMC

2,764,164,48neutral

Henkel

2,133,313,89übergewichten

Hypo

-Vereinsbank
1,021,252143neutral

Infineon

-0,92-0,80-0,07neutral

Lufthansa

0,110,781,17übergewichten

Linde

2,442,603,13übergewichten

MAN

1,051,201,75übergewichten

Metro

1,481,742,31übergewichten

MLP

0,991,311,69neutral
Münchener Rück.2,6510,9012,30neutral
Preussag1,762,022,58untergewichten

RWE

2,242,522,77übergewichten

SAP

1,753,013,92neutral

Schering

2,152,522,87übergewichten

Siemens

0,11,412,43neutral

Thyssen

-Krupp
0,580,471,24übergewichten

VW

7,046,707,32übergewichten
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