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Analysten erwarten leichte Jahresendrally

Die Aktienprofis geben sich optimistisch. Bis zum Jahresende könnte der Dax noch einmal zulegen, so die übereinstimmende Erwartung.

dpa-afx FRANKFURT. Seit Anfang Oktober ist der Dax allmählich gestiegen und hat sogar die 5.000er-Marke deutlich hinter sich gelassen. Diese Tendenz stimmte Aktienmarkt-Strategen und Händler vorsichtig optimistisch, dass die Standardwerte am Jahresende bei etwa 5.300 Punkten stehen könnten. Noch besser könnte es im kommenden Jahr laufen: Dann sei ein Anstieg bis auf 6.000 Zähler denkbar, wenn das Tal der Rezession durchschritten wurde.

Gerhard Schwarz, Leiter Portfolio-Strategie der HypoVereinsbank, rechnet mit einer Konsolidierung des Dax in den letzten Wochen des alten Jahres. Etwas über 5.000 Punkten werde er wohl stehen, wenn das Jahr 2002 mit Böllern und Wunderkerzen willkommen geheißen wird. Nach zwei gewinnträchtigen Monaten scheine der Markt aus technischer Sicht etwas überhitzt zu sein, begründete er, weshalb er eine Konsolidierung für wahrscheinlich halte.

Optimistischer äußerte sich der Aktienmarkt-Experte für das neue Jahr. Eine Rally bis auf 5.600 Zähler in den ersten sechs Monaten sei nicht ausgeschlossen - am Jahresende könnte gar die Zahl von 6.000 die Indextabellen zieren. Der Grund: von Quartal zu Quartal sollte sich die Konjunktur erholen. Vor allem die Finanzmarktpolitik der Fed werde greifen. Doch zuvor müsste man in Deutschland noch einmal in einen sauren Apfel beißen: Das Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt werde wohl in den ersten beiden Quartalen des kommenden Jahres ein negatives Vorzeichen haben - technisch sei das eine Rezession.

Michael Hartnett von Merrill Lynch traut den deutschen und europäischen Aktien ein Plus von 5 bis 15 Prozent zu. Bis ins erste Quartal 2002 hinein könnte die Rally anhalten, urteilte der Experte, denn die Zinssenkungen der Fed und der EZB würden greifen und der niedrige Ölpreis tue ein Übriges. Dann setzt aber erst mal eine Konsolidierung ein, schätzt er. Über das vierte Quartal 2001 hinaus würden die Anleger mehr auf Qualität setzen. Er rät deshalb Investoren, sich von weniger hochwertigen Titeln zu trennen. Außerdem wär es sinnvoll, von Finanz- und Versorgertiteln zu Telekom - und konjunkturabhängigen Werten umzuschichten.

"Ich bin fest davon überzeugt, dass es bis Jahresende weiter aufwärts geht", sagte ein Händler einer deutschen Großbank. Seine Begründung: "Die Leute haben zu viel Geld." Deshalb sei ein Jahresendstand von 5.350 Punkten im Dax keineswegs ausgeschlossen, und viele Titel hätten sowieso noch Potenzial: Einige notierten noch weit entfernt von den Kursen des Jahresanfangs - zum Beispiel die Banken. Aber auch die Technologie sollte auf der Kaufliste stehen.

Nach Ansicht eines Händlers der Deutschen Bank dürften sich bis Jahresende auch die Fonds wieder stärker engagieren. Außerdem würden viele Anleger bis zum Silvesterabend "noch ein bißchen Kosmetik betreiben" und sich von unliebsamen Titeln trennen. Da gebe es mehr Gegenwind als in den vergangenen Wochen. Dennoch habe der Dax Potenzial bis auf 5.300 Zähler, gab sich der Marktteilnehmer optimistisch.

Nach Ansicht von Markus Reinwand von der Helaba Trust könnte der Dax bis Jahresende 5.000-5.300 Punkte erreichen. Die derzeitige Bewertung sei fair, deshalb habe der Index von dieser Seite her relativ wenig Luft nach oben. "Allerdings müssen wir berücksichtigen, dass der Markt über eine hohe Liquidität verfügt und die Konjunktur an ihrem Tief liegt", erklärte Reinwand. Eine Aufwärtsentwicklung werde allerdings nur schwachen Rückhalt haben. Der Dax sei nach wie vor zu anfällig für Konjunkturschocks und für politische Überraschungen.

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