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Analysten erwarten nach Vioxx-Rückzug Vorteile für Merck-Konkurrent Pfizer

Vom Rückruf des Merck & Co. - Medikaments Vioxx könnten nach Analysteneinschätzungen vor allem der Konkurrent Pfizer , aber auch der Schweizer Pharmakonzern Novartis profitieren. Analysten in New York sagten, der Umsatz der Pfizer-Produkte Celebrex und Bextra könnte steigen. Für Novartis könne sich zumindest die Perspektive für die Arznei Prexige verbessern.

dpa-afx NEW YORK. Vom Rückruf des Merck & Co. - Medikaments Vioxx könnten nach Analysteneinschätzungen vor allem der Konkurrent Pfizer , aber auch der Schweizer Pharmakonzern Novartis profitieren. Analysten in New York sagten, der Umsatz der Pfizer-Produkte Celebrex und Bextra könnte steigen. Für Novartis könne sich zumindest die Perspektive für die Arznei Prexige verbessern.

Vioxx war bisher eines der fünf umsatzstärksten Medikamente von Merck & Co. und zählt zur Gruppe der so genannten COX-2-Hemmer. Merck hat bei diesen COX-2-Inhibitoren zwei Konkurrenten: Pfizer und Novartis.

Soundview: Gute Möglichkeit FÜR Pfizer

Soundview Analyst C.J. Sylvester schrieb in einer Studie, der Rückzug des Arthrosemittels Vioxx vom Markt stelle eine gute Möglichkeit für Pfizers Celebrex und Bextra dar. Pfizer könnte aus diesem Grund im kommenden Jahr zusätzlich zehn Cent je Aktie verdienen, fügte er hinzu.

Für First Albany Capital hat der Merck-Rückzug Vorteile für den US-Konzern Pfizer. Diese Neuigkeit sei positiv für den Konkurrenten Pfizer, der 68,7 Prozent des gesamten US-COX-2 Marktes mit Celebrex und Bextra abdecke, schrieben die Branchenexperten. Einen Effekt, der die gesamte Wirkstoffklasse in Verruf bringt, erwarten die Analysten nicht.

Landesbank LRP: Keine Eindeutigen Gewinner

Unschlüssig über die Auswirkungen des Vioxx-Rückzugs sind die Analysten der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). "Nach unserer Einschätzung gibt es bei diesem Debakel keine eindeutigen Gewinner", schrieb Analyst Alexander Groschke. Es sei noch nicht klar, ob es sich um einen Klasseneffekt oder lediglich um ein Problem von Vioxx handele.

Die Experten von A.G. Edwards sagten, die schlechten Neuigkeiten von Vioxx könnten den COX-2-Markt trüben. Sie hätten aber noch keine Hinweise, dass andere Produkte dieser Klasse beeinträchtigt werden könnten. Allerdings werde vermutlich der COX-2-Markt künftig schrumpfen.

Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer selbst hält sein Arthrosemedikament Celebrex für sicher. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, wurde bei einer von der US-Gesundheitsbehörde FDA in Auftrag gegebenen aktuellen Studie kein erhöhtes Risiko von Herzerkrankungen festgestellt. Merck & Co hatte den die weltweite Rückrufaktion für Vioxx mit Studien begründet, wonach sich durch das Medikament das relative Risiko von Herzkrankheiten erhöhe.

Novartis MIT 'Outperform' Bestätigt

Novartis will die Aussagen von Merck überprüfen. Vontobel bestätigte die Einstufung für Novartis mit "Sector Outperform". Novartis erwartet die US-Marktzulassung von Prexige Ende 2005 oder Anfang 2006. In der EU sei das gegenseitige Anerkennungsverfahren gestartet worden, eine Zulassung sollte Anfang 2005 erfolgen, hieß es von dem Unternehmen.

Die US-Gesundheitsbehörde FDA will nun vergleichbare Produkte anderer Hersteller unter die Lupe nehmen. "Merck hat das Richtige getan", sagte FDA-Leiter Lester Crawford. Die FDA werde "genau kontrollieren", ob bei anderen Präparaten dieser Gattung ähnliche Nebenwirkungen auftreten.

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