Analysten erwarten neuerlichen Sprung über die Parität
Euro pendelt um die Marke von 0,97 Dollar

Der Kurs des Euros hat sich am Mittwoch in Trippelschritten erstmals wieder aufwärts bewegt. Im Tagesverlauf kletterte die Gemeinschaftswährung zeitweise über die Marke von 0,97 $. Unterstützt wurde die leichte Befestigung von den Arbeitsmarktzahlen aus Deutschland, die geringfügig besser ausfielen als erwartet worden war.

rp DÜSSELDORF. Der Kurs des Euros hat sich am Mittwoch in Trippelschritten erstmals wieder aufwärts bewegt. Im Tagesverlauf kletterte die Gemeinschaftswährung zeitweise über die Marke von 0,97 $. Unterstützt wurde die leichte Befestigung von den Arbeitsmarktzahlen aus Deutschland, die geringfügig besser ausfielen als erwartet worden war.

Carsten Fritsch von der Commerzbank erklärt die leichte Erholung des Euros mit dem starken Rückgang innerhalb der zurückliegenden Tage. Zudem hat er beobachtet: "Auf diesem Niveau regt sich wieder Kaufinteresse". Der festere US-Dollar sei vor allem durch die Erwartungen gestützt worden, dass die US-Notenbank schon auf ihrer Sitzung in der nächste Woche (13. August) die Zinsen erneut senken könnte. Danach werde der Euro wieder Auftrieb erhalten, glaubt der Commerzbank-Analyst. "Der Markt hat Zinssenkungen der Fed inzwischen eingepreist", urteilt dagegen Rob Hayward, Devisenstratege bei ABN Amro in London. Einige Investoren dürften zu dem Schluss gekommen sein, dass die Kursgewinne des Dollars zu viel Optimismus in Bezug auf niedrigere Zinsen widerspiegelten, fügte er gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg hinzu.

Mehrheitlich gehen Analysten davon aus, dass sich der Euro gegenüber dem US-Dollar wieder erholen wird. Dies ergab eine Umfrage von Reuters unter 41 Analysten. Der Euro wird nach Einschätzung der Experten die Parität zum Dollar bis Ende November wieder erreichen. Das bedeute aber nicht, dass die Leute mehr Euro kaufen, sondern, dass sie weniger Dollar erwerben, sagte Jake Moore von Barclays Capital. Der Dollar wird der Umfrage zufolge zudem durch den anhaltenden Bedarf der USA an Auslandskapital zur Finanzierung der immensen Fehlbeträge in der Handelsbilanz und im Haushalt belastet.

Der Euro profitiere dagegen davon, dass die Euro-Zone die Haushaltsdefizite begrenzt habe und eine weitgehend ausgeglichene Handelsbilanz habe, erklärten die Analysten. Im Mittel erwarten sie einen Euro-Kurs in sechs Monaten von 1,02 $ und in zwölf Monaten von 1,03 $. Einige technisch orientierte Händler in London rieten dazu, die niedrigen Euro-Kurse zum Kauf zu nutzen. Der Dollar werde bis zum Jahresende schwächeln, sagte Nicole Elliott von Mizuho in London, "langfristig stellen diese Dellen eine exzellente Kaufmöglichkeit dar". Vorsichtiger gibt sich Ulrich Wortberg von der DZ Bank. Die gegenwärtige Bewertung von Dollar/Euro ist seiner Meinung nach ein "akzeptables Niveau".

Nicht ganz einig sind sich Devisenmarktexperten auch bei der Beurteilung des japanischen Yens. "Der Dollar hat zum Yen eine deutliche Anstiegsdynamik entwickelt", meint Wortberg. Er sei aber noch skeptisch, "weil der Abwärtstrend noch nicht nachhaltig überwunden ist". Der Dollar wird innerhalb der nächsten drei Monate seiner Meinung nach 123 Yen erreichen. Auf Sicht von sechs Monaten seien 125 Yen möglich. Commerzbank-Stratege Fritsch hält dagegen einen erneuten Schwächeanfall des Dollars für möglich. Der "Yen hat gute Chancen, dass es noch einmal Richtung 115 gehen könnte", meint Fritsch. Auch Marktkreise in Tokio erwarten, dass der Dollar in den kommenden Monaten noch einmal bis auf 115 Yen fallen könnte. Im Verlauf des gestrigen Handels konnte sich der Yen allerdings von seinen Tagestiefständen wieder lösen.

Nahezu unbeeindruckt zeigte sich die norwegische Krone von der Entscheidung der Norges Bank, die Leitzinsen unverändert zu lassen. Der Beschluss war von den Märkten erwartet worden. Das britische Pfund schwächte sich dagegen gegenüber dem Euro etwas ab. Auch zum US-Dollar gab die britische Währung nach. Die Bank of England hat ihre Wachstums- und Inflationsprognose nach unten korrigiert. Marktteilnehmer werteten dies als Anzeichen, dass die Zinsen in Großbritannien in den kommenden Monaten unverändert bleiben.

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