Analysten erwarten operatives Ergebnisplus
FMC ist auf dem rechten Weg

Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) hat nach Einschätzung von Analysten trotz der teuren Umstellung auf Dialyse-Einwegfilter im dritten Quartal beim operativen Ergebnis (Ebit) leicht zugelegt.

Reuters FRANKFURT. Von Reuters befragte Analysten gehen für das Jahresviertel bis Ende September von einem Ebit-Anstieg von 5,5 Prozent auf 172 Millionen Dollar aus. "Wir rechnen noch nicht mit einer dramatischen Verbesserung beim operativen Ergebnis und bei der Entwicklung der Margen," schreibt Merrill-Lynch-Analyst Andreas Schmidt in seiner Vorschau. Es würden aber klare Anzeichen dafür erwartet, dass der Wechsel hin zu Einwegdialysatoren in den FMC-eigenen US-Kliniken erfolgreich auf dem Weg sei. Ähnlich äußerten sich auch andere Analysten. Der Umsatz wird im Schnitt bei 1,287 Milliarden Dollar erwartet nach 1,228 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. FMC will seine Zahlen Dienstagmorgen vorlegen.

Ende Juli hatte FMC seine Gewinnprognose für 2002 gesenkt und dies mit Verzögerungen bei geplanten Einsparungen im Zusammenhang mit der Einführung von Einwegfiltern bei der Dialyse in Nordamerika begründet. Danach geht FMC für das Gesamtjahr nur noch von einem Nettogewinn von 300 Millionen Dollar aus. Zuvor waren 350 Millionen Dollar erwartet worden.

Stabilisierung der SItuation erwartet

Nach Einschätzung von Analysten hat sich beim weltgrößten Anbieter von Dialysedienstleistungen für chronisch Nierenkranke die Lage aber wieder stabilisiert. "Nach diversen Enttäuschungen im ersten Halbjahr 2002 (Gewinnwarnung, Gerichtsprozesse) sollte sich die Situation bei FMC allmählich verbessern", schreibt Helaba-Trust-Analyst Thomas Brenning in seiner Vorschau. Ab dem vierten Quartal sei wieder mit einer leicht anziehenden Ebit-Marge zu rechnen. Im dritten Quartal 2001 lag sie bei 13,2 Prozent.

Beim Umsatz erwarten Analysten wie schon im zweiten Quartal negative Währungseffekte durch den schwachen argentinischen Peso. Nach Einschätzung der Bankgesellschaft Berlin steht dem aber positiv der im Quartal etwas schwächere Dollar gegenüber, was die Peso-Belastungen teilweise aufgefangen habe.

US-Rechtsstreit belastet FMC-Aktie

In den vergangenen Monaten hatte die im Deutschen Aktienindex gelistete FMC-Aktie deutlich im Kurs nachgegeben. Seit ihrem Jahreshoch bei 73 Euro im April büßte der Titel mehr als die Hälfte auf zur Zeit rund 30 Euro ein. Experten begründen dies auch mit einem seit länger währenden US-Rechtsstreit. Dabei geht es im Kern um die Frage, ob Kläger in den USA Ansprüche gegen FMC wegen Asbest-Folgen stellen können. Gläubiger der US-Firma Grace werfen dem Dialysekonzern vor, 1996 zu wenig für die Übernahme der damaligen Grace-Tochter National Medical Care (NMC) bezahlt zuhaben. So seien Vermögenswerte gedrückt worden, die zur Begleichung von möglichen Asbestklagen herangezogen werden könnten.

Der Ausgang solcher Prozesse in den USA ist nach Einschätzung der Bankgesellschaft Berlin schwer einzuschätzen. Daher sei es durchaus möglich, dass die Kursentwicklung von FMC von dem US-Rechtsstreit beeinflusst werde, heißt es bei dem Bankhaus. Die Analysten der Bank Sal Oppenheim sehen die Wahrscheinlichkeit, dass FMC zu Zahlungen herangezogen wird, aber weiterhin niedrig an. Sie werde von Marktteilnehmern stark überschätzt, heißt es in ihrer Vorschau.

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