Analysten erwarten Sprudelnde Gewinne für Wasserfonds und Wasserzertifikate
Wasser wird das Öl des 21. Jahrhunderts

Privaten Wasseranbietern winken riesige Wachstumschancen. Der Trend zur Privatisierung, die weltweit steigende Nachfrage nach Wasser und ein hoher Investitionsbedarf in veraltete Infrastruktur versprechen hohe Wachstumsaussichten. Anleger können daran mit Wasserfonds und-zertifikaten partizipieren.

FRANKFURT/M. Der Rohstoff Wasser wird immer wertvoller. Zwar ist die Erdoberfläche zu zwei Dritteln mit Wasser bedeckt, doch nur ein geringer Teil kann davon genutzt werden. Denn der größte Anteil ist salzhaltiges Meerwasser, das weder zur Versorgung noch zur Bewässerung genutzt werden kann. Der Bedarf an Wasser steigt mit zwei bis drei Prozent jährlich doppelt so schnell wie die Weltbevölkerung. Experten gehen davon aus, dass im Jahr 2025 ein Drittel der Menschheit keinen Zugang zu sauberen Trinkwasser mehr haben wird.

Für Anleger lohnt sich daher der Blick auf Unternehmen, die ihr Geld mit der Versorgung, Aufbereitung, Reinigung und Entsorgung von Wasser verdienen. Analysten rechnen mit zweistelligen Wachstumsraten für Dienstleister, Ausrüster und Versorger auf dem Wassermarkt. Neben dem Investment in einzelne Wasser-Aktien können Anleger auch in Wasserfonds und Zertifikate investieren.

Den weltweit ersten Wasserfonds brachte die Privatbank Pictet auf den Markt. Der aktiv gemanagte Investmentfonds konnte nach dem Start im Januar 2000 bis Mitte 2001 über 30 Prozent zulegen. In den ersten fünf Monaten diesen Jahres lag die Performance allerdings fast vier Prozent im Minus. Der Pictet Global Sector Funds Water enthält rund 50 Werte. Unter den größten Aktienpositionen befinden sich Titel von Suez-Lyonnaise, Vivendi Environnment, RWE und American Works. Hartmut Moers, Analyst bei Sal. Oppenheim hält vor allem die Aktien von Vivendi für besonders interessant: "Wir sehen das Kursziel zur Zeit bei 44,3 Euro", erklärt Moers. Der aktuelle Kurs der Versorger-Aktie liegt knapp über 30 Euro.

"Die Marktsituation für Wasserversorgungsunternehmen ist vor allem deswegen attraktiv, weil die Privatisierung weiter voranschreitet", fügt der Analyst hinzu. Nur etwa sieben Prozent der Weltbevölkerung werden von Wassersystemen bedient, die von der Privatwirtschaft betrieben werden. Fondsmanager Hans Peter Portner von Pictet geht davon aus, dass es im Jahr 2015 17 Prozent sein werden. "Besonders stark werden Wasserdienstleister in den USA von der Privatisierung profitieren", erwartet Portner. Heute würden 14 Prozent der Bevölkerung von privaten Anbietern versorgt, im Jahr 2015 würden es 65 Prozent sein. Auch für Europa rechnet der Wasser-Experte mit einer Verdoppelung von 38 auf 75 Prozent.

"Ich schätze die Wachstumschancen für den Wassermarkt sehr gut ein", sagt auch Mark Lewis von der Deutschen Bank. "Das ist auch der Grund, warum RWE auf diesem Markt unbedingt einen Fuß in der Tür haben wollte." Die Stammaktie der RWE ist zu elf Prozent im Europäischen Wasserzertifikat der UBS Warburg enthalten. Suez und Vivendi sind mit je 20 Prozent vertreten. Bis zur Fälligkeit am 30. Mai 2003 bleibt die Zusammensetzung unverändert. Das Basket Zertifikat enthält zu fünf Prozent Titel von Wedeco. Ernst Scheerer, Analyst bei der Dresdner Kleinwort Wasserstein, sieht den Kurs der Wedeco-Aktie bei 26 Euro. Zur Zeit liegt der Kurs des Wasseraufbereitungs-Spezialisten bei rund 19 Euro.

Fondsmanager Portner hält den Markt für Wasserversorgung vor allem deswegen für interessant, weil dieser Bereich unterinvestiert sei. "In den Ländern Osteuropas, die der EU beitreten wollen, müssen auch die EU-Auflagen in puncto Wasserversorgung erfüllt werden. Hier besteht deswegen noch großer Investitionsbedarf", erklärt Portner. Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) besagt, dass weltweit nur etwa 40 Prozent der notwendigen Mittel in die Wasserversorgung investiert werden.

Vincent Gilles, Analyst bei UBS Warburg ist weniger optimistisch als seine Kollegen: "Der Wassermarkt ist auf jeden Fall ein Wachstumsmarkt, aber ich rechne nicht mit zweistelligen Wachstumsraten wie einige Kollegen von mir." Die USA seinen in den Augen einiger Analysten das El Dorado der Privatisierung, doch davon können man heute noch nichts merken. Dennoch hält Gilles Suez und Vivendi für Titel mit sehr guten Wachstumschancen.

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