Analysten-Erwartungen übertroffen: Schering legt erneut Rekordergebnis vor

Analysten-Erwartungen übertroffen
Schering legt erneut Rekordergebnis vor

Der Berliner Pharmakonzern Schering hat im vergangenen Jahr trotz Problemen auf dem japanischen Markt einen Rekordgewinn verzeichnet und die Analysten-Erwartungen leicht übertroffen.

Reuters BERLIN. Nach dem am Dienstag veröffentlichten vorläufigen Bericht stieg der Reingewinn um 24 Prozent auf 418 Millionen Euro und der Umsatz kursbereinigt um zehn Prozent auf 4,84 Milliarden Euro. Grundlage für weiteres Wachstum sollen die neu eingeführte Antibaby-Pille Yasmin und das Krebspräparat Campath, teilte der Konzern mit. Im wichtigen US-Markt habe man stark zugelegt und erwarte sich weiter ein Wachstum von bis zu 20 Prozent. Die Schering-Aktie legte am Morgen in einem schwächeren Markt leicht zu.

Die Strategie des beschleunigten Wachstums habe man auch im schwierigen Jahr 2001 fortsetzen können, erklärte Schering - Vorstandschef Hubertus Erlen. Schlüssel des Wachstums sollten in Zukunft die Antibaby-Pille Yasmin und das neue Mittel gegen Blutkrebs, Campath, sein. Besonders in den USA werde man das Marketing für die Produkte ausweiten. Yasmin gilt als leicht verträglich und soll auch gegen Akne und Übergewicht helfen. Von der Pille werden in drei Jahren jährliche Umsätze von 300 Millionen Euro erwartet. Beim Verhütungsmittel Mirena stieg der Umsatz um mehr als 40 Prozent auf 100 Millionen Euro.

Während Schering auf dem US-Markt zwölf Prozent mehr verkaufte, hatte der Konzern Probleme auf dem japanischen Markt. Zwar konnte man den Umsatz leicht um vier Prozent steigern, der schwache Yen ließ aber die Erlöse letztlich um ein Prozent schrumpfen. Die japanische Regierung bremst zudem das Wachstum durch verordnete Preissenkungen für Arzneimittel. Insgesamt traf der Konzern beim weltweiten Umsatz in etwa die Erwartungen der von Reuters befragten Analysten.

Beim Reingewinn konnte Schering etwas stärker zulegen als erwartet. Im Schnitt waren die 16 Experten im vierten Quartal von 83 Millionen Euro ausgegangen, was für das Gesamtjahr 414 Millionen Euro entsprochen hätte. Schering verzeichnete in den letzten Monaten des Jahres aber einen Gewinn von 87 Millionen Euro und damit im Gesamtjahr von 418 Millionen Euro. Stark dazu beigetragen hat das Wachstum des Multiple Sklerose-Präparats Betaferon, das am meisten verkauften Schering-Produkt. Allein in den USA habe man die Verkäufe um 16 Prozent steigern können, teilte Schering mit. Weltweit betrug das Umsatzplus 15 Prozent auf 681 Millionen Euro.

Zuletzt hatte Schering sich noch unzufrieden mit der Entwicklung des Präparats gezeigt, das besonders in den USA Konkurrenz durch das Biogen-Produkt Avonex hat. In einem Patentstreit um das Produkt hatten sich die Konkurrenten kürzlich außergerichtlich verständigt.

Keine Angaben macht der Konzern in seinen vorläufigen Berichten zum operativen Gewinn 2001. Im ersten Halbjahr hatte Schering diesen wegen hoher Marketingaufwendungen in den USA nur geringfügig steigern können. Im dritten Quartal war das Wachstum allerdings zweistellig.

Die Aktie von Schering notierte am Dienstagvormittag in einem schwachen Marktumfeld mit 65,45 Euro 0,7 Prozent über ihrem Vortagesschluss.

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