Analysten halten Gerüchte für realistisch
Procter & Gamble bietet für Beiersdorf

Beiersdorf steht offenbar kurz vor einem Aktionärswechsel: Der US-Riese Procter & Gamble soll der Allianz AG ein Angebot für deren Anteil unterbreitet haben.

lip HAMBURG. Der Einstieg des US-Konsumgüterherstellers Procter&Gamble (P&G), Cincinnati, bei dem Hamburger Kosmetikriesen Beiersdorf mit seiner Marke "Nivea" rückt offenbar näher. Nach Informationen aus Kreisen der verhandelnden Unternehmen hat der US-Konzern (Oil of Olaz, Ariel) der Münchener Allianz ein Angebot für dessen knapp 44%igen Anteil an der börsennotierten Beiersdorf AG unterbreitet.

Angeblich soll aber der vom US-Konzern offerierte Preis noch weit entfernt von den Vorstellungen der Allianz liegen, heißt es aus Kreisen der verhandelnden Parteien. Sprecher der Allianz sowie von Procter&Gamble wollten hierzu gegenüber dem Handelsblatt keinen Kommentar abgeben.

Der Beiersdorf AG lagen am Dienstag noch keine Informationen über ein Übernahmeangebot von P&G vor. Dennoch zeigt sich der Hamburger Kosmetikkonzern kaum überrascht. "Man kann davon ausgehen, dass der Vorstand der Beiersdorf AG über das Interesse von Procter&Gamble informiert worden ist", sagte erklärteein Sprecher von Beiersdorf dem Handelsblatt.

An der Börse rechnen Händler und Aktienanalysten bereits fest mit einem baldigen Einstieg des US-Konzerns bei Beiersdorf. Deren Notierung legte am Dienstag um 5,26% auf 100 Euro zu. "Wir halten es für realistisch, dass es tatsächlich ein Angebot des US-Riesen geben könnte", betonen die Analysten der Hamburger Privatbank M.M.Warburg. Sie gehen davon aus, dass ein möglicher Übernahmepreis pro Aktie inklusive Prämie bei rund 130 Euro liegen könnte.

Ob P&G tatsächlich das Sagen bei Beiersdorf bekommt, ist fraglich. Denn auch die Hamburger Tchibo Holding AG, mit mehr als 30% zweitgrößter Anteilseigner des Nivea-Herstellers, ist an einer Übernahme des Allianz-Anteils interessiert. Entsprechende Absichten hatte vor kurzem Reinhard Pöllath, neuer Vorstandsvorsitzender der Tchibo Holding AG, erneut bekräftigt.

Im Poker um Beiersdorf versucht Procter&Gamble, auch auf anderem Weg bei Beiersdorf zum Zuge zu kommen. Presseberichten zufolge soll der Danach soll derUS-Konzern nach Presseberichtenan einem direkten Einstieg bei der HamburgerTchibo Holding AG Interesse haben., die mit mehr als 30% an Beiersdorf beteiligt ist. P&G will angeblich die Anteile von Günter Herz und seiner Schwester Daniela erwerben, die gemeinsam mit dem Wirtschaftsprüfer Otto Gellert mehr als 30% an der Tchibo Holding Familienholding Tchibobesitzen. Sie sind offenbar bereit, ihre Beteiligung abzugeben, da sie kaum noch Chancen sehen, mehr Mitspracherechte bei dem Familienunternehmen zu erhalten.

Günter Herz hat inzwischen entsprechende Verkaufsabsichten für seinen Tchibo-Anteil dementiert. Dennoch halten Firmenkenner diesen Schritt nicht für völlig ausgeschlossen. Denn seit Jahren stehen Günter Herz und seine Schwester Daniela den Brüdern Wolfgang, Michael, Joachim (zusammen 50,5%) unversöhnlich gegenüber.

Immer wieder hat der ehemalige Tchibo-Chef, Günter Herz, in der Öffentlichkeit kritisiert, dass seine Brüder keine Zukunftsstrategie für die Familienholding vorzuweisen habe. Dies führte seiner Meinung nach dazu, dass der Hamburger Zigarettenkonzern Reemtsma mehrere Akquisitionen verpasste und damit selbst zum Übernahmekandidaten wurde.

Die ehemalige 100%ige Tchibo-Tochter ging im April dieses Jahres für rund 5,2 Mrd. Euro an den britischen Tabakriesen Imperial Tobacco.

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