Analysten halten höhere Bewertung der Aktien für gerechtfertigt
UBS-Quartalsergebnis gilt als respektabel

Trotz des Einbruchs des Quartalsgewinns hat die UBS die meisten Analysten nicht enttäuscht. Die gute Kostenkontrolle und höhere Zuflüsse unterstreichen die Stärke der Schweizer Großbank.

ef ZÜRICH. Die UBS AG, Zürich/Basel, musste im dritten Quartal 2001 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum einen Einbruch des Konzerngewinns um 56 % auf 903 Mill. sfr hinnehmen. Angesichts der schwachen Verfassung der Kapitalmärkte und der Konjunktur bewerten Analysten diese Entwicklung im Verhältnis zu Instituten, die in der gleichen Weltliga spielen, als respektabel. Relativ haben sich auch die UBS-Aktien mit einem nur geringfügigen Abschlag von 6,8 % seit Jahresbeginn recht gut behauptet. Damit hat sich auch nach Meinung der Marktteilnehmer, die Schweizer Großbank gut geschlagen.

Die UBS besitze heute eine ausgezeichnete Basis, um vom Aufschwung profitieren zu können. Dies rechtfertige auch eine höhere Bewertung der Aktien, lautet eine weit verbreitete Meinung unter Schweizer Analysten. Konzernchef Luqman Arnold erklärte: "In Anbetracht des schwierigen Umfeldes ist unser Vermögensverwaltungsgeschäft weiterhin solide und hat ein starkes Wachstum seiner Marktanteile erzielt. Wir sind also richtig positioniert, um von einer wirtschaftlichen Erholung profitieren zu können."

Die von der UBS betreuten und verwalteten Vermögen ermäßigten sich im dritten Quartal um 11 % auf 2,28 Bill. sfr. Entscheidend war dafür der Einbruch der Märkte und der Wertverlust des US-Dollars um 10 % gegenüber dem Schweizer Franken. Für viel wichtiger hält Christoph Ritschard, zuständiger Analyst der Zürcher Kantonalbank, dass die UBS seit Jahresmitte 2000 wieder über Neugeldzuflüsse berichten kann. Hinzu komme, dass die Neugeldzuflüsse seit diesem Zeitpunkt von Quartal zu Quartal ansteigen. Im Berichtsquartal waren es immerhin 34,9 Mrd. sfr.

Die UBS hat damit die Reibungsverluste, die nach der Fusion von SBG und SBV bestanden, endgültig überwunden. Heute ist unter Anlageberatern die UBS als Arbeitsgeber wieder gesucht, erklärte Ritschard. Auch die Ankündigung der Großbank, trotz der schwierigen Märkte, auf einen großflächigen Stellenabbau verzichten zu wollen, dürfte zu einer positiven Stimmung der Mitarbeiter beitragen.

Kostenmanagement wird auch bei der UBS groß geschrieben. Die erfolgsabhängigen Zahlungen werden mit dem anspruchsvollen Marktumfeld in Einklang gebracht, erklärte dazu Arnold. Auch der Sachaufwand ist unter Kontrolle. So sanken die IT-Kosten im dritten Quartal um 6 %. Insgesamt sank der Geschäftsaufwand um 8 % und erreichte damit im Berichtszeitraum den tiefsten Stand in diesem Jahr.

"Gleichzeitig ergreifen wir jedoch jede sich bietende Gelegenheit, um unsere Position für das Ende der Baisse zu stärken und zu verbessern", sagte der Konzernchef. Ein Beispiel ist die Initiative zum Ausbau des Geschäfts mit anspruchvollen Privatkunden in Europa. Hier zeigen sich konkrete Erfolge. In Deutschland wurde gerade die Tochter Schröder Münchmeyer Hengst AG in UBS Private Banking Deutschland AG umbenannt. Die Anzahl der Kundenberater wird in den nächsten Jahren kräftig erhöht. Seit Jahresbeginn wurden vom Private Banking in Europa insgesamt 157 neue Berater eingestellt. Weitere 60 sind bereits verpflichtet worden.

Eine der Stärken der UBS ist zweifellos auch die deutlich verringerte Abhängigkeit von Kreditrisiken. Im Heimmarkt Schweiz ist zudem eine Verschlechterung der Kreditqualität bisher nicht spürbar. Deshalb erwartet die Großbank 2001 auch keine bedeutende Zunahme der Wertberichtigungen. Trotz der relativen Stärke litt die auch die UBS unter den Entwicklungen der Märkte. Die gilt besonders für die USA, wo die Schließung der Börsen zu zusätzlichen Einbrüchen bei den Transaktionserträgen führte. Die schwierige Lage an den Märkten, das instabile geopolitische Umfeld und das geringere Konsumentenvertrauen dürften auch im vierten Quarttal noch zu keiner Trendwende führen. Trotz der kurzfristig wenig positiven Aussichten, gelten UBS bei vielen Analysten als Kernanlagen unter den europäischen Bankaktien. ZKB-Analyst Ritschard würde die Titel auch künftig "übergewichten".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%