Analysten halten Rücktrittsforderungen für übertrieben
Schweigen ist Gold - oder der teuerste Spruch des Rolf-E. Breuer

"Ich habe Spaß am zugespitzten Wort", hat Rolf-E. Breuer einmal über sich gesagt. Und: "Ich werfe gerne Steinchen ins Wasser, um zu sehen, was für Wellen entstehen." Doch dieses Mal drohen die Wellen über dem Kopf des Aufsichtsratschefs der Deutschen Bank zusammenzuschlagen.

FRANKFURT/M. "Das ist eine sehr unangenehme Geschichte für Herrn Breuer und eine sehr unangenehme Geschichte für die gesamte Bank", meint Rechtsanwalt Klaus Nieding von der Deutschen Vereinigung für Wertpapierbesitz. Reinhild Keitel von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre fordert sogar den Rücktritt von Breuer.

Für seine "zugespitzten Worte", mit denen er Anfang 2002 in einem Interview die Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe anzweifelte, ist Breuer zwar nicht persönlich haftbar, seinen Arbeitgeber könnten sie allerdings sehr viel Geld kosten. Aber das ist noch nicht alles: Nach dem Urteil, mit dem das Münchener Oberlandesgericht die Deutsche Bank zu Schadensersatz gegenüber Kirch verpflichtet, droht sich die ohnehin schwierige Lage an der Spitze des Geldhauses in eine veritable Führungskrise zu verwandeln.

Die Deutsche Bank habe nun schon zwei offene juristische Flanken, die die Kapazitäten des Top-Managements blockieren, warnt Rechtsanwalt Nieding. Ab dem 21. Januar muss sich Vorstandschef Josef Ackermann einem Strafverfahren wegen Untreue im Fall der Mannesmann-Übernahme durch Vodafone stellen. Zwei Tage in der Woche wird der Schweizer dann auf der Anklagebank in Düsseldorf sitzen. Sollte er verurteilt werden, wäre er nach Meinung der meisten Experten kaum noch zu halten.

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