Analysten halten W.E.T, Beru und Continental für interessant
Bei Autozulieferern gibt es interessante Perlen

Selbst in schwachen Börsenzeiten findet der Anleger Aktien mit Potenzial, zum Beispiel unter den Zulieferern der Autoindustrie. Analysten halten W.E.T, Beru und Continental für interessant.

DÜSSELDORF. Aktien-Engagements entwickeln sich für manchen Anleger zu Investments für Masochisten. Trotzdem: Mit den richtigen Werten kann auch in diesen Zeiten Geld verdient werden. Das geht sogar in Branchen, die derzeit kaum einen Anleger hinter dem Ofen hervorlocken: etwa die Autoindustrie. Beispiel Zulieferer Beru: Die Aktie des Anbieters von Zündtechnik und Reifendruckkontrollsystemen hat in diesem Jahr um 10 % zugelegt und damit den Gesamtmarkt gemessen am CDax (-13 %) hinter sich gelassen.



In einer neuen Serie in Kooperation mit n-tv, dem Handelsblatt und Handelsblatt.com sollen solche "Stars aus der zweiten Reihe" vorgestellt werden. Alle 14 Tage wird montags in der "Telebörse" auf n-tv um 13.30 Uhr eine Branche und ihre Top-Werte vorgestellt. Am Dienstag berichtet dann das Handelsblatt ausführlich. Dazu bietet Handelsblatt.com speziell für diese Serie angelegte Seiten. Im ersten Teil geht es um die Automobilbranche, speziell die Zulieferer.



"Insgesamt sehe ich die Zulieferer eher kritisch", sagt Thorsten Zimmermann, Analyst von HSBC Trinkaus & Burkhardt, "aber es gibt interessante Einzeltitel." Das sieht auch Patrick Juchemich, Analyst beim Bankhaus Sal. Oppenheim, so: "Gegenüber den Autoherstellern weisen die Aktien der Zulieferer einen Bewertungsabschlag auf. Denn sie haben keine starke Marke, und da der Zulieferermarkt noch zersplittert ist, haben sie nur begrenzte Preissetzungsmacht", erklärt der Experte. Problematisch ist zudem, dass die Hersteller in immer stärkeren Umfang Entwicklungsarbeiten für neue Modelle auf Zulieferer abwälzen. Als Top-Titel der Branche sticht für HSBC-Experte Zimmermann die W.E.T. Automotive Systems AG heraus, Weltmarktführer bei Autositzheizungen. "Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 10 ist das Unternehmen günstig bewertet", sagt Zimmermann. Zudem gefällt ihm die Flachbandkabel-Sparte. "Diese dünnen Kabel sparen Platz und Gewicht und können sogar ins Dachmodul eingebaut werden. Daimler-Chrysler testet diese Kabel derzeit", sagt Zimmermann. Ein Liebling der Analysten ist seit längerem Beru . Denn das Unternehmen bietet neben Zündkerzen auch Reifendruckkontrollsysteme an - und die werden in den USA ab 2003 Pflicht. "Wir haben die Aktie aber auf ?neutral? runter genommen, weil die US-Behörden zunächst auch einfachere Systeme als Berus High-Tech-Lösung zulassen wollen", sagt Oppenheim-Experte Juchemich. Das Neutral-Rating soll aber nicht als versteckte Verkaufsempfehlung verstanden werden. "Beru hat eine operative Marge von 18 %, selbst bei Porsche liegt die deutlich niedriger. Das operative Geschäft läuft bei Beru also gut." Von der Phantasie der pflichtweisen Einführung von Reifendruckkontrollsystemen könnte auch Continental profitieren. Das Unternehmen bietet heute Anti-Blockiersysteme (ABS) an. Dank neuer Software können diese Systeme künftig auch den Reifendruck kontrollieren. "Zudem kommt bei Continental die Restrukturierung voran", lobt Juchemich. Nach der Schließung von verlustreichen Auslandstöchtern stieg im ersten Quartal der Gewinn vor Steuern und Zinsen um 16,5 %. "Für das Gesamtjahr rechnen wir mit einem Ergebnis wieder auf Niveau des Jahres 2000. Daher halten wir die Aktie für einen Outperformer", sagt Juchemich.

Nächste Folge: Banktitel am 8.7 auf n-tv

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