Analysten hatten Anstieg prognostiziert
ISM-Index signalisiert Geschäftsrückgang der US-Industrie

Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager ist im September erstmals seit Januar wieder unter 50 Punkte gesunken und hat damit Befürchtungen aufkommen lassen, die Konjunkturerholung in den USA könnte zum Stillstand gekommen sein.

Reuters TEMPE. ISM-Konjunkturexperte Norbert Ore bezeichnete es indessen nicht als ungewöhnlich, dass der Index in einer frühen Phase einer Konjunkturerholung unter 50 Punkte sinkt. Dieser fiel im September nach Angaben des Institute of Supply Management (ISM) vom Dienstag auf 49,5 von 50,5 Zählern im August und signalisierte mit weniger als 50 Punkten erstmals seit Januar wieder ein rückläufiges Geschäft in der US-Industrie.

Von Reuters vergangene Woche befragte Analysten hatten einen leichten Anstieg auf 50,8 Zähler prognostiziert. Viele Experten hatten aber nach den schwachen Chicagoer Einkaufsmanager-Index vom Vortag einen Rückgang erwartet. "Das lässt darauf schließen, dass sich die Konjunktur im Sommer abgekühlt hat, aber die wirtschaftliche Aktivität nicht wesentlich abgenommen hat", sagte Gary Taylor, Chefvolkswirt des Hauses A.G. Edwards & Sons in St. Louis.

Ore sagte: "Es ist nicht ungewöhnlich, dass der Einkaufsmanager-Index in frühen Phasen einer Konjunkturerholung unter 50 Punkte sinkt. Dem Sektor fehlen die Impulse sowohl in die positive als auch in die negative Richtung". Die Gesamtwirtschaft sei ein ganzes Stück entfernt von einer erneuten Rezession, aber das Verarbeitende Gewerbe bewege sich eindeutig an der Grenze (zu einer Rezession), fügte der ISM-Konjunkturexperte hinzu. Die befragten Unternehmer äußerten sich ISM zufolge insbesondere besorgt über die hohen Energiepreise und einen möglichen Krieg im Irak.

Als Signal weiterer Schwäche in den nächsten Monaten bewerteten Volkswirte den Index der Auftragseingänge. Dieser ist im September zwar auf 50,2 von 49,7 Punkten im August gestiegen, liegt damit aber nur knapp über der kritischen Marke von 50 Punkten. Seit März ist dieses Barometer für die künftige Produktion damit gegenüber seinem damaligen Niveau von 65,3 um gut 15 Punkte gefallen.

Eine erneute Abschwächung zeigte auch der seit nunmehr über zwei Jahren unter 50 Punkten liegende Beschäftigungsindex. Dieser fiel im September auf 44,9 von 45,8 Punkten im August und zeigt damit einen wieder beschleunigten Beschäftigungsabbau an. Das Verarbeitende Gewerbe hat die Rezession 2001 am stärksten zu spüren bekommen und hat innerhalb der beiden vergangenen Jahre rund 1,8 Mill. Arbeitsplätze abgebaut.

Volkswirten zufolge ist der Beschäftigungsindex kein gutes Vorzeichen für den am Freitag erwarteten US-Arbeitsmarktbericht für September. Im Durchschnitt erwarten die von Reuters befragten Experten für September die Schaffung von nur 5000 neuen Stellen und einen Anstieg der Arbeitslosenrate auf 5,9 von 5,7 % im August.

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