Analysten hatten bessere Zahlen erwartet: Überraschend hoher Gewinnrückgang bei Linde

Analysten hatten bessere Zahlen erwartet
Überraschend hoher Gewinnrückgang bei Linde

Nach einem überraschend deutlichen operativen Gewinnrückgang gibt sich der Wiesbadener Mischkonzern Linde für 2003 angesichts der anhaltend trüben Konjunktur noch bedeckt.

Reuters FRANKFURT. Nach vorläufigen Geschäftszahlen sei der operative Gewinn (Ebita) um 117 Millionen Euro auf 647 Millionen Euro gesunken, teilte der Industriegase- und Gabelstaplerspezialist am Mittwoch vor Börsenbeginn mit. Dies entspricht einem Rückgang von 15,3 Prozent. Von Reuters befragte Experten waren im Schnitt von einem geringeren Rückgang auf 674 Millionen Euro ausgegangen.

"Zwar können wir mit dem Geschäftsverlauf 2002 nicht zufrieden sein, aber wir nutzen jetzt die Zeit, um unsere Wettbewerbsposition gezielt und nachhaltig zu verbessern", erklärte Vorstandschef Wolfgang Reitzle, der erst im Januar das Ruder beim Wiesbadener Traditionskonzern übernommen hatte. Zu den Geschäftsaussichten für das Jahr 2003 äußerte sich Linde nicht konkret. Sobald die Konjunktur wieder anziehe werde Linde bei Umsatz und Ergebnis wieder "deutlich wachsen", hieß es lediglich.

Den weiteren Angaben zu Folge lag der Jahresüberschuss 2002 mit 240 (Vorjahr: 241) Millionen Euro nahezu auf Vorjahreshöhe. Linde selbst hatte zuvor für das vergangene Jahr ein geringeres operatives Ergebnis der Unternehmensbereiche sowie einen Überschuss in etwa auf Vorjahreshöhe angekündigt. Der Umsatz sei mit 8,726 (8,833) Milliarden Euro hingegen nur knapp gesunken. Trotz der trüben Konjunktur, insbesondere im Heimatmarkt Deutschland, sei der Auftragseingang leicht um 2,3 Prozent auf 9,322 Milliarden Euro gestiegen.

Der Konzernbereich Gas und Engineering habe im vergangenen Jahr sein Ergebnis verbessert, die Kältetechnik habe sich auf dem Niveau des Vorjahres behauptet, teilte Linde weiter mit. Die Gabelstaplersparte Material Handling habe aber auf Grund der schwachen Nachfrage und verschärfter Wettbewerbsbedingungen einen deutlichen Ergebnisrückgang verzeichnet. Konkrete Zahlen legte Linde zunächst nicht vor. Mit der Übernahme des schwedischen Gaseherstellers AGA vor einigen Jahren war Linde zu den Großen im Industriegasegeschäft aufgestiegen und ist derzeit weltweit nach eigenen Angaben die Nummer Fünf. Der Gabelstaplerbereich ist die Nummer Zwei auf dem Weltmarkt.

Linde hatte im vergangenen Jahr ein umfassendes Sparprogramm angekündigt, mit dem der Konzern seinen Gabelstaplerbereich sowie die Sparten Gase und Kältetechnik neu ausrichten und dort insgesamt über 1500 der konzernweit über 46.000 Stellen abbauen will. Reitzle hatte der Linde-Belegschaft aber versprochen, nach den zuletzt überaus erfolgreichen Jahren für Kontinuität zu sorgen. Die Aufwendungen für das Sparprogramm wurden nach Linde-Angaben mit den Einnahmen aus dem Verkauf der Dresdner-Bank-Beteiligung von 165 Mill. Euro verrechnet.

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