Analysten hatten das Ergebnis erwartet
EM.TV sieht 2001 noch keine schwarzen Zahlen

Das Münchener Medienunternehmen EM.TV & Merchandising AG erwartet auch 2001 keinen Gewinn. "Bedingt durch den schwachen Geschäftsverlauf in den ersten Monaten und die Aufwendungen durch eingeleitete Restrukturierungsmaßnahmen ist auch im laufenden Jahr noch nicht mit einem positiven Ergebnis zu rechnen", hieß es.

Reuters MÜNCHEN. Den endgültigen Zahlen zufolge lag der Verlust im vergangenen Jahr bei 2,6 Mrd. DM und damit etwas unter der im April veröffentlichten vorläufigen Zahl von 2,8 Mrd. DM. Am Neuen Markt fielen die EM.TV-Aktien um mehr als 4 % auf 4,55 Euro.

Auf den konsolidierten Jahresabschluss hatten die Anleger und Analysten lange warten müssen, denn zu ihrer Bilanzpressekonferenz im April hatte EM.TV nur untestierte Zahlen vorlegen können. Das Ergebnis des vergangenen Jahres wurde vor allem durch Abschreibungen auf den Firmenwert der 2000 zugekauften US-Firma Jim Henson Company, der Beteiligung an der Tele München Gruppe und des Formel-1-Engagements von insgesamt 2,1 Mrd. DM belastet.

Die überteuerten Kaufpreise hatten zu hohen Schulden bei EM.TV geführt, die nur durch eine Beteiligung der Kirch-Gruppe an EM.TV gesenkt werden konnten. Nun will sich EM.TV von unrentablen Beteiligungen trennen und sich auf das Kerngeschäft, den Handel mit Rechten für Kinder- und Jugendserien und Vermarktung, konzentrieren.

Analysten sind nicht überrascht

Für Analysten kam die Ankündigung eines Verlustes für das laufende Jahr bei EM.TV nicht überraschend. "Ich weiß auch nicht, warum der Markt darauf reagiert", sagte Bernhard Tubeileh, Medienanalyst bei Merrill Lynch. Er erwartet bei EM.TV im laufenden Jahr sogar einen Verlust in dreistelliger Millionen-DM-Höhe. Im Kerngeschäft sei im ersten Quartal so gut wie nichts gelaufen, weil das Unternehmen sich auf die Verhandlungen mit Kirch und seine Zahlen konzentrieren musste. "Jetzt kommt das Interesse der Käufer zurück, aber das erste Quartal werden sie nicht ausbügeln können", sagte Tubeileh.

Jan Herbst von Sal. Oppenheim wollte noch keine Schätzung für das laufende Jahr abgeben. Er müsse erst einmal den Geschäftsbericht durcharbeiten. "Unsicherheit gibt es immer noch bei der Zukunft von Jim Henson und der Formel 1", sagte er.

Geschäftsjahr 2001 steht im Zeichen der Restrukturierung

"Das Geschäftsjahr 2001 wird ganz im Zeichen der Restrukturierung und der Konzentration auf unser Kerngeschäft stehen", hieß es in dem Geschäftsbericht des Münchener Unternehmens. Den 45-prozentigen Anteil an der Tele München Gruppe muss EM.TV nach dem Einstieg der Kirch-Gruppe aus kartellrechtlichen Gründen abgeben. Bei Jim Henson sucht EM.TV als eine Alternative zu einem Verkauf einen strategischen Partner. Und der derzeit noch 37,5-prozentige Anteil an der Formel-Eins-Holding SLEC wird sich wahrscheinlich im Herbst auf 17,5 % verringern, wenn Kirch ein Darlehen an EM.TV in Gesellschafteranteile umtauscht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%