Analysten hatten mehr erwartet
Linde mit Plus bei Umsatz und Ergebnis

Der Wiesbadener Industriegase- und Anlagenbaukonzern Linde hat im ersten Quartal 2002 trotz eines leichten Umsatzanstiegs operativ weniger verdient als ein Jahr zuvor und sich weiter mit einem konkreten Geschäftsausblick für das Gesamtjahr zurückgehalten.

Reuters WIESBADEN. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) sei um 4,8 Prozent auf 118 Mill. ? zurückgegangen, teilte Linde am Montag in Wiesbaden mit. Damit lag Linde unter den Schätzungen der Analysten, die im Durchschnitt mit einem Ebita von 137,8 Mill. ? gerechnet hatten. Ausblickend bekräftigte Linde für den Konzern lediglich frühere Aussagen von Konzernchef Gerhard Full, das Unternehmen sei zuversichtlich 2002 Umsatz und Ertrag erhöhen zu können. Der bessere Geschäftsverlauf im April bestätige diese Erwartung. Konkrete Zahlenvorgaben nannte Linde nicht. "Nach wie vor ist es schwierig, eine Prognose für den Gesamtverlauf des Geschäftsjahres 2002 abzugeben", begründete der Konzern.

Leichtes Umsatzplus im Quartal

Nach Angaben von Linde stieg der Umsatz im ersten Quartal um 2,1 Prozent auf zwei Mrd. ? und lag damit über den durchschnittlichen Schätzungen der Analysten von 1,975 Mrd. ?. Das Vorsteuerergebnis habe sich wegen eines geringeren Zinsaufwands um 6,3 Prozent auf 51 Mill. ? erhöht. Der Auftragseingang ging indes auf 2,329 Mill. ? von zuvor 2,344 Mill. Euro zurück.

Überschuss profitiert von außerordentlichen Erträgen

Nach Linde-Angaben stieg der Jahresüberschuss kräftig auf 188 Millionen Euro von zuvor 22 Mill. ?. Dabei schlugen jedoch außerordentliche Erträge von 165 Mill. ? zu Buche, die Linde aus dem Verkauf einer indirekten Beteiligung von einem Prozent an der Dresdner Bank erzielte. Das Ergebnis je Aktie habe mit 0,19 ? auf dem Niveau des ersten Quartals 2001 gelegen, hieß es bei Linde weiter.

Weiteres Wachstum im Gasegeschäft erwartet

Für sein Gasegeschäft erwarte Linde im Gesamtjahr 2002 nunmehr bei Umsatz und Ertrag weiteres Wachstum. Im Bereich Engineering rechne der Konzern dagegen mit einem Ergebnis und einem Umsatz auf dem Niveau des vergangenen Jahres, hieß es. Linde ist der weltweit viertgrößte Hersteller von Industriegasen. Im ersten Quartal erhöhte der Konzern im Gasegeschäft den Angaben zufolge bei einem um zwei Mill. ? gestiegenen Umsatz von 976 Mill. ? das Ebita um 9,1Prozent auf 156 Mill. ?. Im Bereich Engineering steigerte Linde im Quartal seinen Umsatz deutlich um 45,2 Prozent auf 212 Mill. ?. Auch der Auftragseingang habe zugelegt, hieß es. Dabei sei das Ebita auf plus zwei Mill. ? von zuvor minus neun Mill. ? verbessert worden.



Starker Preisdruck belastet Staplergeschäft

Für seine Gabelstaplersparte Material Handling erwarte Linde für das Gesamtjahr, dass Kostensenkungen einen Ergebnisrückgang nur teilweise ausgleichen werden. Dabei werde der Umsatz unter dem des vergangenen Jahres liegen, hieß es. Im ersten Quartal spürte die Sparte den Angaben zufolge einen starken Preisdruck als Folge einer angespannten Wettbewerbssituation. Zudem fuhr Linde nach eigenen Angaben die Produktion um zehn Prozent zurück. Bei einem Umsatz von 702 Millionen Euro nach 707 Millionen Euro ein Jahr zuvor ging der Auftragseingang um 3,6 Prozent zurück. Das Ebita sank um rund zwei Drittel auf 17 Millionen Euro von zuvor 53 Millionen Euro. Analysten hatten im Vorfeld damit gerechnet, dass das Staplergeschäft bei Linde im ersten Quartal voraussichtlich unter der schwachen Konjunktur gelitten hat.

Die Aktie notierte im frühen Handel mit rund einem Prozent im Minus bei 52,95 Euro.

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