Analysten hatten mit 26 Cent gerechnet
Ford kehrt in die Gewinnzone zurück

Der US-Autohersteller Ford ist im zweiten Quartal dank Kostensenkungen und seines starken Nordamerika-Geschäfts in die Gewinnzone zurückgekehrt.

Reuters DEARBORN. Der weltweit zweitgrößte Autobauer Ford ist im zweiten Quartal nach vier Quartalen mit Verlust in die Gewinnzone zurückgekehrt.

Ford begründete dies bei der Vorlage des Quartalsbericht am Mittwoch vor allem mit Kostensenkungen. Auch im Gesamtjahr 2002 solle ein solider Gewinn erzielt werden, obwohl im traditionell schwachen dritten Quartal erneut ein kleiner Verlust erwartet werde, teilte Ford weiter mit.

Analysten sagten voraus, Ford werde für das laufende Quartal einen Verlust je Aktie von zwölf Cent ausweisen. Die Wall Street reagierte positiv, der Aktienkurs stieg in einem freundlichen Marktumfeld um acht Prozent auf 13,41 Dollar.

Für das zweite Quartal 2002 Ford bezifferte Ford den Netto-Gewinn mit 570 Millionen Dollar oder 29 Cent je Aktie nach einem Verlust von 752 Millionen Dollar oder 42 Cent je Aktie im entsprechenden Vorjahreszeitraum.Branchenprimus General Motors hatte am Vortag für das zweite Quartal mit 1,29 Milliarden Dollar einen deutlich höheren Gewinn ausgewiesen.

Vor Sonderposten und Berücksichtigung neuer Bilanzierungsregeln belief sich der Gewinn auf 610 Millionen Dollar oder 31 Cent je Aktie, verglichen mit einem Verlust von 551 Millionen Dollar oder 30 Cent je Aktie im zweiten Quartal 2001. Analysten hatten vor Sonderposten im Schnitt mit einem Gewinn von 26 Cent je Aktie gerechnet.

Der weltweite Umsatz des Konzerns stieg den Angaben zufolge leicht auf 42,33 Milliarden Dollar von 42,31 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum.

Einige Analysten bezeichneten das Ergebnis des Unternehmens im zweiten Quartal als wichtiges Barometer für den Entwicklungsstand bei Ford, die voriges Jahr einen Verlust von 5,45 Milliarden Dollar verzeichnet hatte.

Analyst Sanford Bernstein sagte dagegen, dass die Ergebniszahlen kurzfristig nicht so wichtig seien wie die Preise und die Marketingkosten. Die US-Marketingkosten von Ford, einschließlich Kaufanreize, stiegen im Berichtsquartal auf 15,6 Prozent des Umsatzes von 14,1 Prozent im Vorjahr.

Es gebe auch Bedenken, dass Ford - der Konzern hat die Schließung von mindestens drei US-Werken und die Streichung von etwa zehn Prozent der Stellen angekündigt - nicht ausreichend schnell die Kosten abbaue, sagten Analysten.

Der Wirtschaftsplan des Unternehmens sieht das Erreichen der Gewinnschwelle in diesem Jahr und jährliche Gewinne von sieben Milliarden Dollar ab Mitte des Jahrzehnts vor. Die Wettbewerbssituation habe sich aber verstärkt, sagte Analyst Stephan Girsky. "Ford könnte einen Plan "B" brauchen, bevor sie den Plan "A" verwirklicht", fügte er hinzu.

Der Kurs der Ford-Aktie ist im bisherigen Verlauf des Jahres um etwa 20 Prozent gesunken und damit stärker als der Kurs der GM-Aktie mit 16 Prozent. Zu diesen Kursentwicklungen trugen Analysten zufolge Sorgen bei, dass durch die niedrigen Aktienkurse die Pensionfonds-Kosten beider Unternehmen steigen würden. Ford teilte mit, sein Pensionfonds-Vermögen sei im zweiten Quartal um 6,7 Prozent gesunken. Dadurch sei eine Unterkapitalisierung von 3,2 Milliarden Dollar entstanden. Dennoch sei in diesem Jahr kein Zuschuss in den Pensionfonds geplant.

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