Analysten kritisieren Ergebnis im Festnetzgeschäft
Krise in Argentinien belastet Telefónica-Ergebnis

Die Krise in Argentinien hat das Ergebnis des spanischen Telekomkonzerns Telefónica S.A. für das vergangene Jahr belastet. Der Nettogewinn des Unternehmens ist mit 2,1 Mrd. Euro um etwa 16 % niedriger ausgefallen als im Vorjahr. Telefónica legte die Zahlen für 2001 am Donnerstag in Madrid vor.

vwd/slo MADRID/DÜSSELDORF. Demnach stieg der Umsatz um 9 % auf 31 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich um 7,5 % auf 12,8 Mrd. Euro. Mit den Zahlen übertraf der spanische Konzern leicht die Erwartungen der Analysten. Sie zeigten sich allerdings besorgt über den Ausblick das spanische Festnetzgeschäft und den Datendienstleister Telefónica Data. Der Aktienkurs sank daher im Tagesverlauf um 1 % auf 13,12 Euro.

Im Festnetz legte das Ebitda in 2001 leicht auf 4,5 Mrd. Euro zu bei einem nahezu unveränderten Umsatz von 10,2 Mrd. Euro. Für 2002 rechnet Telefónica mit einem Ebitda und Umsatz auf dem gleichen Niveau. Der Konzern habe im Festnetz kontinuierlich Marktanteile an Konkurrenten verloren und habe diesen Trend trotz erhöhter Grundgebühren nicht umkehren können, sagte ein Analyst.

Das Ebitda im Datensegment ist um 70 % auf 24 Mill. Euro eingebrochen und lieferte nach Ansicht von Analysten damit eine "dürftige Performance". Zwar seien Datendienstleistungen zurzeit kein wesentlicher Bestandteil des Telefónica-Geschäfts, aber ein wichtiger Wachstumsfaktor für die Zukunft, sagte Guy Peddy, Analyst bei der Deutschen Bank.

Die Wirtschaftskrise in Lateinamerika führte bei Telefónica zu geringeren Umsätzen und einem niedrigeren Ebitda in dieser Region. Vor allem die Abwertung des argentinischen Peso belastete die Bilanz mit 369 Mill. Euro. Bereinigt um Wechselkurseffekte wären allerdings Ebitda und Umsatz angestiegen. Angesichts des schwierigen Umfeldes seien die Lateinamerika-Zahlen "recht ermutigend", sagte Jose Martin Soares von JP Morgan.

Bereits einen Tag zuvor hatte die Mobilfunktochter Telefónica Móviles ihre Zahlen vorgelegt und sich dabei erneut als Gewinnbringer und Wachstumsmotor des Mutterkonzerns erwiesen - mit einem Nettogewinn von 893 Mill. Euro. Telefónica Móviles tut sich jedoch nach Ansicht von Analysten mit der geplanten Expansion in Europa schwer. Das Unternehmen ist unter anderem mit 57 % an dem deutschen UMTS-Lizenznehmer Quam beteiligt. Quam versucht seit Ende November 2001 auf dem deutschen Mobilfunkmarkt Fuß zu fassen. Die Zahl der bislang angeworbenen Kunden soll auf der Cebit Mitte März bekannt gegeben werden.

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